Sechs Stunden Warten

Wähler mussten oft stundenlang vor Wahllokalen warten.afp
Wähler mussten oft stundenlang vor Wahllokalen warten.afp

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07. November 2012, 08:16 Uhr

Washington | Am Ende war es selbst dem wiedergewählten Präsidenten peinlich. "Das müssen wir reparieren", formulierte Barack Obama in seiner Siegesrede in Chicago mit Blick auf die oft stundenlangen Wartezeiten, die zahlreiche Wähler quer durch die Nation bei ihrer Stimmabgabe in Kauf nehmen mussten.

Vor allem in Florida, das immer wieder durch Unzulänglichkeiten und Pannen bei der Wahl Schlagzeilen macht, wurde die Geduld der Bürger auf eine harte Probe gestellt. Vier bis fünf Stunden Ausharren war oft die Regel. Obwohl Hurrikan "Sandy" dort nicht gewütet hatte.

Die Gründe für die Probleme waren vielfältig: Mal soll es zu wenig Hilfspersonal gewesen sein, mal wurden technische Defekte bei Wahlmaschinen gemeldet. Zudem betrug die geschätzte Zeit für das Ausfüllen der Stimmzettel allein in Florida 20 bis 30 Minuten. In der Stadt Doral wurde ein Wahllokal am Dienstagabend geschlossen, obwohl noch Bürger auf die Stimmabgabe warteten. Andernorts gingen Wahlzettel aus. Verwirrung gab es vielerorts auch durch geänderte Vorschriften zur Ausweispflicht der Wähler.

Der deutsche OSZE-Wahlbeobachter Jürgen Klimke kritisierte aber neben den "unzumutbaren Wartezeiten" auch andere Details des Wahlablaufs. Die Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) seien in ihrer Arbeit eingeschränkt worden, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Medienberichten zufolge. Den Wahlbeobachtern seien die zu besuchenden Wahllokale vorgegeben worden. Sie durften zudem vielerorts nicht fotografieren, ihr Handy nutzen und die Bürger nicht ansprechen. Klimke monierte auch, dass in manchen Wahllokalen Bilder von Präsident Barack Obama hingen. "Das ist indirekte Wahlbeeinflussung", kritisierte er.

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