Schweriner Landtag fordert rasche Hilfe für Hebammen

Der Berufsstand der freiberuflichen Hebammen ist bedroht. Sie leiden unter rasant steigenden Versicherungsprämien und finden bald niemanden mehr, der sie gegen die Risiken der Geburt versichert. Hilfe ist dringend nötig, meint auch der Landtag in Schwerin.

svz.de von
12. März 2014, 20:56 Uhr

Der Schweriner Landtag hat sich in großer Einmütigkeit dafür ausgesprochen, die berufliche Zukunft der Hebammen zu sichern und dafür tragfähige Versicherungsregelungen zu treffen.

Rapide ansteigende Beiträge zur Berufshaftpflichtversicherung hatten dazu geführt, dass Hebammen immer weniger Hausgeburten anbieten. In Mecklenburg-Vorpommern sei die Zahl der Geburtshelferinnen in nur fünf Jahren von 32 auf 10 gesunken, sagte die Grünen-Abgeordnete Silke Gajek am Mittwoch im Parlament. Der Landtag forderte einstimmig eine rasche Neuregelung der Berufshaftpflicht auf Bundesebene. Dabei müsse auch die Bildung eines staatlich finanzierten Haftungsfonds erwogen werden.

Private Versicherungsanbieter für Hebammen wollen sich spätestens zum Jahr 2015 aus dem Geschäft zurückziehen. Hauptgrund sind nach Angaben von CDU-Fraktionschef Vincent Kokert rapide gestiegene Haftungsforderungen vornehmlich von Krankenkassen.

Am Vormittag hatten etwa 15 junge Mütter und Hebammen vor dem Landtag für eine Besserstellung freiberuflicher Hebammen demonstriert. Frauen dürfe nicht das Recht genommen werden, frei über die Geburtshelferin und den Ort der Geburt ihrer Kinder entscheiden zu können, forderten sie. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) stellte sich den Fragen der Demonstrantinnen und sicherte zu, dass sich die Landesregierung in Berlin für eine rasche Lösung der Probleme einsetzen werde.

„Mutter und Kind haben Anspruch auf eine gute, flächendeckende Versorgung mit allen Leistungen rund um die Geburt“, sagte Sozialministerin Birgit Hesse (SPD). Doch sei das Angebot zunehmend bedroht. Daher habe sie sich schriftlich an den zuständigen Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) gewandt und ihn gebeten, nach Wegen zu suchen, „die finanzielle Situation der Hebammen, speziell im Bereich der außerklinischen Tätigkeit“ zu verbessern. Kokert will sich persönlich mit seinem Parteifreund Gröhe treffen, um über Lösungsmöglichkeiten zu beraten.

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