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Schwarzer Abt : Schwarzbier der Klosterbrauerei Neuzelle feiert 425. Geburtstag

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Es wird seit 425 Jahren nachweislich in der Braustätte nahe der polnischen Grenze hergestellt.

svz.de von
erstellt am 15.Jan.2014 | 12:46 Uhr

Die Klosterbrauerei Neuzelle (Oder-Spree) macht wieder mit ihrem Bier Schwarzer Abt von sich Reden. Es wird seit 425 Jahren nachweislich in der Braustätte nahe der polnischen Grenze hergestellt.

Die kleine Privatbrauerei beruft sich auf einen Vertrag, den der Neuzeller Abt Andreas und der Bürgermeister des nahen Ortes Fürstenberg am 9. Mai 1589 schlossen. Es ging um die Verteilung des Bieres, wie die Brauerei berichtete. „Das war die Geburtsstunde der Klosterbrauerei und des Schwarzen Abts.“ Unter der Bezeichnung Schwarz Abt stellt die Brauerei ein dunkles Bier her, das mit Zucker versetzt ist.

Nach dem Reinheitsgebot von 1516 darf Bier nur aus vier Stoffen bestehen: Malz, Hopfen, Hefe und Wasser. Ob der Schwarze Abt Bier ist oder nicht, entschied 2005 das Bundesverwaltungsgericht Leipzig - zugunsten des süßlich-süffigen Getränks. Die Richter hatten geurteilt, dass in Deutschland gebrautes Bier auch dann als Bier angeboten werden dürfe, wenn es nicht nach dem Reinheitsgebot produziert worden ist. Das Land Brandenburg musste der Brauerei für den Schwarzen Abt die Genehmigung für den Titel „Bier“ erteilen. Ein zehn Jahre schwelender Bierstreit ging zu Ende.

Deutschlandweit gibt es nach Angaben des Vereins Private Brauereien Deutschland rund 1000 private Betriebe - ohne Konzerne und Staatsbrauereien. „Die Nachfolgeregelung ist bei den meisten Betrieben kein Problem, da sich in den Brauerfamilien immer jemand findet, der die Firma übernimmt“, sagte ein Vereinssprecher. Auch Nachwuchssorgen im Handwerk gebe es nicht. „Brauer und Melzer sind attraktive Berufen“, betonte er. In Deutschland gebe es mehr als 5000 Biermarken. Zu den 15 bis 20 klassischen Biersorten zählten beispielsweise Pils, Weizen, Bock.

Die älteste Darstellung eines Bierbrauers in Deutschland zeigt einen Mönch, wie es auf der Internetseite des Deutschen Brauer-Bundes heißt. Sie stammt aus einem Buch, das 1379 in Nürnberg entstand.

Mönche tranken nicht nur selbst, sondern schenkten Bier auch an Wanderburschen und Pilger aus und eröffneten Klosterschenken. Die Klosterbrauereien entwickelten sich zu lukrativen Wirtschaftsbetrieben, heißt es in dem Beitrag weiter. Das allerding passte den Brauern in Städten und Gemeinden nicht. So verboten Landesfürsten den Mönchen das Geschäft mit Bier. Die Säkularisierung führte dann anschließend endgültig zum Niedergang der Klöster als Brauereien. Derzeit gebe es deutschlandweit nur noch wenige Klosterbrauereien, heißt es.

Die Klosterbrauerei Neuzelle wurde zu DDR-Zeiten in Brauerei Neuzelle umbenannt, wie das Unternehmen berichtete. 1989 erhielt der Betrieb den alten Namen zurück. In unmittelbarer Nachbarschaft eines früheren Klosters gelegen, beschäftigt das Unternehmen 42 Mitarbeiter, darunter zwölf Azubis. Bis nach China und in die USA wird Bier exportiert, wie Geschäftsführer Helmut Fritsche sagte. Das 425. Jubiläum des Schwarzen Abtes werde das gesamte Jahr über eine Rolle spielen.

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