Schwaanerin Melanie Schult züchtet Dexter-Rinder

Schickse, Sally und Lisa heißen die drei ersten Dexter-Rinder auf der Ranch von Melanie Schult am Schwaaner Schaffrusch. Hier will die 28-Jährige künftig die Minis züchten. Im Frühjahr kommt der erste Nachwuchs zur Welt.

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29. Januar 2008, 07:21 Uhr

Schwaan - Das Klappern mit dem Futter-Eimer lockt die scheuen Rinder an. Schickse ist zuerst da und versenkt ihren Kopf im Eimer. Ihren Namen trägt die schwarze Kuh nicht umsonst. „Sie ist das Oberhaupt“, sagt Melanie Schult. Das Tier schicke die anderen weg oder vor, kommandiert sie herum. Die Schwester von Melanie Schult gab der Kuh deshalb den Namen Schickse.

Seit ein paar Wochen laufen die Dexter-Rinder über die weitläufigen Koppeln der Ranch. Sie sind ideale Rasen-Pfleger, reißen das Gras nicht samt Wurzel aus, sondern halten ihn lediglich schön kurz. Ohnehin sind Dexter-Rinder äußerst robust und leicht zufriedenzustellen – mit Gras, Heu und ein wenig Mineralfutter. Sie können das ganze Jahr draußen gehalten werden.
Mit etwa einem Meter Größe gelten die schwarzen oder rotbraunen, kurzbeinigen Dexter als kleinste Rinderrasse Europas. Ihrer Zucht haben sich in Mecklenburg-Vorpommern bislang etwa ein Dutzend Enthusiasten verschrieben. Der Rinderzuchtverband schätzt den Bestand im Land auf etwa 100 Tiere. Tendenz steigend.

So viele Tiere möchte Melanie Schult einmal selbst haben. Schickse, Sally und Lisa sind erst der Anfang. Schult kaufte die Tiere bereits tragend, zwischen März und Juni sollen die Kälber zur Welt kommen. „Sie tragen neun Monate“, sagt Melanie Schult, die auf den ersten Nachwuchs schon jetzt gespannt ist.
Seit über vier Jahren züchtet die junge Schwaanerin Westernpferde. Sie betreibt mit ihrer Familie neben der Ranch auch ein Restaurant in Schwaan, den „River-Saloon“. Den Traum vom Wilden Westen will sich Melanie Schult in Mecklenburg verwirklichen. Mit den Rindern kommt sie ihm ein Stück näher. Das zarte Fleisch der Dexter will die gelernte Köchin direkt vermarkten und fürs eigene Restaurant nutzen. Die Rinder sollen künftig auch beim Westernreiten zum Einsatz kommen. „Die Arbeit mit Rindern ist eine Wettkampf-Disziplin“, sagt Melanie Schult, angelehnt an die Arbeit auf einer Farm im Wilden Westen, wo Rinder mit Pferden getrieben werden. Melanie Schult reitet seit Jahren Western-Reitturniere und richtet auch eigene Turniere aus.

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