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24. November 2017 | 16:16 Uhr

Schulen ziehen Konsequenzen aus Amokläufen

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svz.de von
erstellt am 26.Apr.2012 | 10:09 Uhr

Schwerin | Nach dem Amoklauf am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt vor zehn Jahren sind die Sicherheitsvorkehrungen an den mehr als 500 Schulen in Mecklenburg-Vorpommern verstärkt worden. "Unter dem Eindruck des Massakers wurde die Sicherheit in den Einrichtungen gründlich analysiert", sagte Matthias Zwerschke, Leiter Schulaufsicht im Bildungsministerium.

Als Ergebnis lag ein Kriseninterven tionsplan des Ministeriums vor, der den Schulleitern und Lehrern als Handlungsanleitung bei Gewalttaten dienen sollte. Nach dem Amoklauf in Winnenden 2009 wurden alle Papiere gründlich überarbeitet. Inzwischen gibt es in jeder Schule einen Notfallplan. Dieses öffentlich nicht zugänglichen Papier enthält unter anderem Empfehlungen für Handlungsabfolgen bei akuten Notfällen.

"Dabei werden verschiedene Szenarien durchgespielt", erklärte Lutz Müller, Abteilungsleiter im Landeskriminalamt (LKA). Genau geregelt ist beispielsweise, welche Sofortmaßnahmen bei einem Amoklauf die Schulleitung bis zum Eintreffen der Polizei durchführen muss, und wer bei einem Notfall zu benachrichtigen ist.

Außerdem gibt es eine Checkliste mit baulichen Empfehlungen. Dazu gehören beispielsweise einfache Kontrollen, ob Türen verschließbar sind. "Und ob die gesamte Schule im Notfall mit Lautsprechern oder einem Signal alarmiert werden kann", so Lutz Müller.

Matthias Zwerschke vom Bildungsministerium verwies auf andere Maßnahmen der Prävention. So haben viele Schulen ein internes und speziell geschultes Krisenteam, das kritische Beobachtungen zusammenträgt und gemeinsam Präventionsschritte einleitet. "Auch haben die meisten Schulen Kooperationsvereinbarungen mit der Polizei vor Ort", erklärte Zwerschke. Die Vereinbarungen sollen ein koordiniertes Handeln auch bei alltäglichen Straftaten wie Diebstahl oder Mobbing ermöglichen.

Die letzte Studie zu Gewalt an Schulen fand 2004 statt. Damals hat die Uni Greifswald festgestellt, dass Gewalt zurückging. 1997 gaben 26,3 Prozent der Schüler an, in der Schule schon angegriffen worden zu sein, 2004 waren es 11,2 Prozent.

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