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13. Dezember 2017 | 00:23 Uhr

Schule will mehr Zeit für die Kinder

vom

svz.de von
erstellt am 23.Dez.2011 | 11:12 Uhr

Die Kleine Grundschule "Anne Frank" Groß Warnow will sich zu einer verlässlichen Halbtagsgrundschule (VHG) weiter entwickeln. Einen entsprechenden Antrag, untersetzt mit einem Konzept, reichte die Schulkonferenz jetzt beim Staatlichen Schulamt Perleberg ein.

"Uns als Eltern liegt sehr viel daran, dass unsere Schule mit den sehr guten Voraussetzungen an Räumlichkeiten, Turnhalle und einer großzügigen Anlage auch weiter qualitativ ausgebaut wird. Die verlässliche Halbtagsgrundschule ist dazu der richtige Schritt", betont Jana Bernhard, Elternvertreterin und Mitglied der Schulkonferenz. Sie wirkte auch in der neun Mitglieder starken Konzeptgruppe mit. Groß Warnow könne zwar mit kleinen Klassen punkten, in denen aktuell 71 Mädchen und Jungen lernen (Prognose 2016: 82 Schüler), Knackpunkt sei jedoch die dünne Personaldecke von fünf Lehrern, macht Schulleiter Karsten Wilke deutlich.

"Wenn nur eine Kollegin oder ein Kollege durch Krankheit fehlt, sind das gleich 20 Prozent." Da in einer kleinen Grundschule teilweise jahrgangsübergreifend unterrichtet wird, seien die Folgen gravierend. "Eine zusätzliche Lehrkraft, die der Status verlässliche Halbtagsgrundschule für Groß Warnow möglich machen würde, bringt uns da mehr Spielraum und Flexibilität", so der Schulleiter weiter. Auch wäre der Zeitrahmen ein anderer. Derzeit fahren Busse nach Unterrichtsschluss um 11.30 und 13 Uhr (AG-Tag um 14.15 Uhr), bei Genehmigung des VHG-Konzepts würden die Kinder bis 14.15 Uhr betreut und dann nach Hause fahren bzw. gehen. Damit bliebe Zeit, ihnen ein weiter ausgebautes Angebot an kulturellen und sportlichen Aktivitäten sowie unterstützende und fördernde Maßnahmen anzubieten.

"Wir konnten eine Reihe kompetenter Partner gewinnen", unterstreicht Alexander Sauer, Vorsitzender der Schulkonferenz. Angeboten werden könnten zum Beispiel eine Wald & Natur AG, Computerarbeit, Reiten, Lesezirkel, Mathe AG für Begabte, Förderunterricht, Chor, Sportspiele oder Feuerwehr. "Auch wären die Hausaufgaben erledigt, wenn die Kinder die Schule verlassen", ergänzen Bernhard und Sauer. Was sehr wichtig sei, da viele Eltern erst spät von der Arbeit kommen.

"Wir streben an, die Hortbetreuung kurz- oder mittelfristig in die Schule zu integrieren und damit die Zusammenarbeit von Schule, Hort und Kitas im Interesse der Kinder zu intensivieren und damit auch die Qualität der Vorschularbeit noch zu erhöhen." Insgesamt versprechen sich alle Befürworter des Konzepts, dem mehr als 90 Prozent auf der Elternvollversammlung am 24. November zustimmten, bessere Bildungschancen und mehr Freizeitangebote für die Kinder und einen Zuwachs an sozialer Komponente untereinander.

"Gerade hier im ländlichen strukturschwachen Raum wäre eine verlässliche Halbtagsgrundschule ein absoluter Mehrwert für Schüler, Eltern, Lehrer und unsere Gesellschaft mit ihrem kulturellen Leben im Ort", unterstreicht Jana Bernhard. Auch würde der Grundschulstandort Groß Warnow für junge Eltern noch attraktiver. Was die junge Mutti aus Bootz ebenfalls hervorhebt: "In einer verlässlichen Halbtagsschule würden wir auch als Eltern die politisch gewollte Inklusion befürworten und die Arbeit der Schule als Pilotschule unterstützen.

"In Vorbereitung auf die Antragstellung stellten die Groß Warnower den Kontakt zu den Schulen Putlitz und Lenzen her, wo seit einigen Jahren mit Erfolg nach dem Konzept der verlässlichen Halbtagsgrundschule gearbeitet wird. Die Lenzener Schulleiterin Sabine Döpel berichtete über ihre Erfahrungen und stellte sich den Fragen der Eltern. "Auch danken wir dem Bürgermeister der Gemeinde Karstädt, Udo Staeck, der unserem Antrag befürwortet und unterstützt. Ebenso Herrn Wilke, der unsere Grundschule jetzt das dritte Jahr kommissarisch führt und uns mit einem beeindruckenden Engagement täglich sein Bestes gibt", betonen Sauer und Bernhardt.

Die Gemeinde Karstädt als Schulträger hatte 2009 Dach, Fassade und Fenster des Gebäudes sowie die Toiletten saniert. Für den Halbtagsbetrieb an der Schule wären Arbeiten an einem Essenausgaberaum sowie am Speiseraum selbst notwendig. Gelder für die Ausstattung von Räumen zur Umsetzung des vorgelegten Konzepts erhofft sich die Schule vom Land.

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