Schuldigen beim Namen nennen

svz.de von
09. Januar 2013, 10:28 Uhr

Dass es beim Übergang von der Schule zum Beruf hakt, das ist nicht erst seit gestern bekannt. Seit Jahren beklagen Firmenchefs die mangelnde Ausbildungsreife der Schüler. Da ist viel traditionelles Gejammere über den schlechten Lehrling dabei, das es seit hundert Jahren gibt. Aber inzwischen sind die Zahlen der Ausbildungsabbrecher alarmierend. Jeder Vierte schafft seine Lehre nicht oder orientiert sich um. Hinzu kommen jene 2000 Jungen und Mädchen, die allein im letzten Jahr laut Gewerkschaft mangels eines Schulabschlusses gar nicht bei der Arbeitsagentur als Lehrstellensuchende gemeldet waren.

Es ist was faul am System des Übergangs von der Schule zur Berufsschule. Seit einem Jahr sollen im sogenannten Fachkräftebündnis der Landesregierung mit der Wirtschaft und den Gewerkschaften Ideen zur Berufsorientierung, Berufsberatung und Berufsvermittlung gesammelt werden. Vor einem Jahr haben sich alle Beteiligten in die Hand versprochen, alle Maßnahmen zu bündeln und in eine Struktur zu gießen. Geschehen ist offenbar wenig, eigentlich nichts.

Dass gestern selbst Lothar Wilken von der Unternehmerseite nicht einmal das federführende Ministerium nennen konnte, sagt alles. Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) zeichnet für die Misere verantwortlich. Das müsste allen bekannt sein. Allerdings müssen sich auch alle Beteiligten selbst fragen, was sie bisher getan haben. Auf den Minister gewartet? Das ist zu wenig.

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