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Ratgeber : Schufa-Daten im Zweifel korrigieren lassen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Unternehmen informieren sich meist vor einem Vertragsschluss über ihre Kunden. Deshalb: Die Angaben sollten stimmen.

svz.de von
erstellt am 28.Jan.2014 | 20:56 Uhr

Zahlt er oder zahlt er nicht? Diese Frage stellen sich Kreditinstitute oder Firmen in der Regel, bevor sie Geschäfte mit Kunden machen. Wirtschaftsauskunfteien wie die Schufa geben da Auskunft. „Sie ermitteln für jeden Kunden einen sogenannten Score-Wert anhand von gespeicherten Daten“, erklärt Stefanie Laag von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Wie genau dieser Wert berechnet wird, ist aber in der Regel nicht transparent.

Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollten Verbraucher darauf achten, dass die gespeicherten Daten richtig sind. Falsche Angaben können die Kreditwürdigkeit herabsetzen.

Einmal im Jahr dürfen Verbraucher bei den Wirtschaftsauskunfteien ihre Daten kostenlos abfragen. „Von diesem Recht sollten Sie auch Gebrauch machen“, erklärt Laag. Wird beispielsweise ein altes, längst aufgelöstes Konto nach wie vor geführt, muss das korrigiert werden. „Darauf haben Sie Anspruch.“

Die Prüfung der gespeicherten Daten funktioniert in der Regel unkompliziert. Verbraucher müssen sich schriftlich an die jeweilige Auskunftei wenden. Bei fehlerhaften Daten sollten sie ebenfalls schriftlich um eine Korrektur bitten. Erfasst werden von den Auskunfteien in der Regel Name, Geburtsdatum und die Anschrift. Gespeichert werden auch Daten zu Bankkonten, Kreditkarten, Krediten oder Bürgschaften. Außerdem werden Mobilfunk- und Leasingverträge sowie Ratenzahlungsgeschäfte verzeichnet. Nicht gespeichert werden Kontostände, Einkommen, Vermögen, Beruf, Familienstand, Nationalität und Kaufverhalten.

Der Auskunftsanspruch gegenüber der Schufa hat gestern auch den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe beschäftigt. Eine Angestellte aus Hessen wollte erfahren, wie die Bewertung ihrer Kreditwürdigkeit zustande gekommen ist. Für die Schufa war sie „ein unbeschriebenes Blatt“, jetzt hätte die 54-Jährige Rechtsgeschichte schreiben können. Aber der Bundesgerichtshof wies ihr Verlangen nach umfassender Transparenz zurück. Die Angestellte ging vergeblich durch drei Instanzen, um zu erfahren, wie die Wirtschaftsauskunftei die Werte für ihre Kreditwürdigkeit berechnet hat.

Als die Klägerin im Oktober 2011 einen Kredit für ein Auto aufnehmen wollte, bekam sie ihn nicht – die Schufa hatte eine Negativauskunft erteilt. Vor dem Sitzungssaal beschreibt sie, wie verletzend das war: „Das ist eine nervliche Belastung, die ist unvorstellbar. Sie kommen sich vor wie abgewertet, Sie haben schlaflose Nächte.“

Grund für die schlechte Bewertung war zwar nur eine Verwechslung seitens der Schufa, aber mit der Richtigstellung und der dann doch zustande gekommenen Finanzierung war die Sache für die Büroangestellte nicht erledigt.

Doch der Bundesgerichtshof urteilte anders als von der Klägerin erhofft. Verbraucher können zwar auf Anfrage erfahren, was über sie gespeichert ist, nicht aber mit welcher Gewichtung diese Daten bewertet werden.

 

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