Schülerzeitungsmacher treten an

Neugierig gucken, hartnäckig fragen und engagiert diskutieren - auch das steht bei der Schülerzeitungs-Preisverleihung  - hier beim Preis 2008/2009 in Schwerin - immer auf dem Programm. Hans-Dieter Hentschel
Neugierig gucken, hartnäckig fragen und engagiert diskutieren - auch das steht bei der Schülerzeitungs-Preisverleihung - hier beim Preis 2008/2009 in Schwerin - immer auf dem Programm. Hans-Dieter Hentschel

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12. November 2009, 09:54 Uhr

Schwerin | Mecklenburg-Vorpommern ist für Schülerzeitungen kein einfaches Pflaster: Die Redaktionsteams an den Schulen wechseln oft, vielversprechende Blätter entstehen schnell und verschwinden ebenso rasant wieder. Der Jugendmedienverband MV (JMMV) arbeitet seit fünf Jahren daran, den Presse-Projekten von Jugendlichen aller Schularten mehr Aufmerksamkeit und bessere Arbeitsbedingungen zu verschaffen. "Schülerzeitungen sind das Sprachrohr der Schülerschaft, vom Schulanfänger bis zum Abiturienten", sagt Marie Kutzer, 18 Jahre alt und einst selbst bei einer Schülerzeitung engagiert und jetzt im JMMV aktiv. Schülerzeitung - da "redet man nicht nur über Demokratie, sondern probiert sie selbst aus". Jetzt können alle Schülerzeitungen des Landes wieder auf sich aufmerksam machen - beim Landeswettbewerb, den sowohl das Kultusministerium als auch alle Tageszeitungen des Landes unterstützen.

Bis Dezember haben die Schülerzeitungsmacher Zeit, ihre Bewerbungen einzuschicken, im neuen Jahr wird dann die Jury tagen, in der Bildungsministerium, Profi-Journalisten und JMMV-Aktive vertreten sind. Preise gibt es natürlich auch: Zuschüsse für die Redaktionskasse und Unbezahlbares, wie Redaktionsbesuche bei den Profis, Hospitationen oder "Blattmacher für einen Tag"-Aktionen. "Natürlich werten wir alle Schularten getrennt", sagt Marie Kutzer. Vier Stunden diskutierte die Jury im vergangenen Jahr. Die in die Bewertung eingehenden Kriterien sind Darstellung des Schullebens, der Blick über den Tellerrand, die Vertretung von Schülerinteressen, Sprache und Stil, grafischer Auftritt, außergewöhnliche Einfälle - alles das zählt. Sonderpreise gibt es für das beste Titelblatt, für kritische Meinungsäußerung und für eine Kategorie, "die wir nicht verraten", so Marie Kutzer.

Manche Titel wie "Stichling" aus Bad Doberan sind Jahr für Jahr beim Wettbewerb dabei, manche wie "Immens" nur einmal - und dann nie wieder. Wie viele Schülerzeitungen es in MV wirklich gibt, weiß niemand. "Nur, dass sie immer besser werden", sagte Christine Kirchner, Referatsleiterin des Bildungsministeriums, bei der Preisverleihung im vergangenen Jahr. Immer mehr Grundschulen melden sich für den jährlichen Wettbewerb an. Bei den Gymnasien dagegen stagniert die Teilnehmerzahl. Zu wenig Zeit hätten gerade ältere Schüler für die Redaktionsarbeit - Hintergrund sei die Verkürzung der Schulzeit, sagt ein JMMV-Insider.

Die jetzt gestartete fünfte Auflage des Wettbewerbes ist spannend für die Macher und die Partner aus den Profi-Redaktionen: Wie viele Hobby-Journalisten melden diesmal ihre Blätter an? Drei bis vier Dutzend sollten es schon sein, wünscht sich Marie Kutzer: "Wir sind gespannt, welche neuen Zeitungen es gibt und wie sich die aus den Vorjahren bekannten Bläter entwickelt haben."

Denn Schülerzeitungen machen ja nicht nur Spaß, sondern sind auch wichtig. "Mit dem Engagement als Zeitungsmacher leistet man einen wichtigen Beitrag zur demokratischen Schulkultur", sagt Marie Kutzer. Man kann es noch knackiger sagen: Wer die Schule langweilig findet, sollte es mal mit einer Schülerzeitung versuchen.

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