Schlecht für Hansa: Koller lässt Nürnberg hoffen

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20. April 2008, 06:34 Uhr

Nürnberg - Für Hansa wird die Luft wieder dünner: Verfolger Nürnberg gewann gegen Wolfsburg und bleibt den Rostockern so enger auf den Fersen. Dank Jan Koller gewann der „Club“ am Sonntag die Neuauflage des Regen-Abbruchspiels gegen den VfL Wolfsburg mit 1:0 (0:0) und hat bei nur noch zwei Punkten Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz wieder das rettende Ufer in Reichweite. „Wir müssen jetzt nur die Nerven behalten und Ruhe bewahren. Wenn wir das reinlegen, was wir heute gezeigt haben, dann werden wir unser Ziel erreichen“, sagte der erleichterte Coach der Nürnberger schon mit Blick auf das Abstiegs-„Endspiel“ am kommenden Samstag gegen seinen Ex-Club Arminia Bielefeld.

Im Nachholspiel des 28. Spieltags der Fußball-Bundesliga vor 45 100 Zuschauern im Nürnberger WM- Stadion machte Koller in der 79. Minute mit seinem zweiten Saisontor den ersten Heimsieg des „Club“ seit mehr als vier Monaten perfekt. „Wir sind wieder da, und wenn wir gegen Bielefeld gewinnen, sind wir ganz zurück“, meinte der lange Tscheche. Der enttäuschende VfL muss nach der zweiten Niederlage in Serie um den angestrebten UEFA-Cupplatz bangen. „Bei uns ist zu wenig Leben drin“, kritisierte Trainer Felix Magath.

Anders als am 11. April, als die Partie vor Beginn der zweiten Halbzeit beim Stand von 1:0 wegen sintflutartiger Regenfälle abgebrochen werden musste, ließ der Wettergott den FCN diesmal nicht im Regen stehen. Bei idealen Bedingungen zeigten die Franken gegen einen ungefährlichen VfL ein völlig anderes Gesicht als beim desolaten 0:3 vor vier Tagen in Stuttgart und wurde dank Kollers ersten Tor seit über zwei Monaten belohnt. „Wir haben das Glück erzwungen. Ich bin sehr stolz auf das Team“, betonte von Heesen.

Ein Sonderlob hatte er für den Koller parat. „Er hat seine Sache ausgezeichnet gemacht und sich vor dem Tor fantastisch durchgesetzt“, sagte er über dem langen Stürmer, der in der Winterpause für eine Million Euro vom AS Monaco nach Nürnberg gekommen war und die letzten zwei Spiele pausiert hatte. „Die Pause war wichtig. Jan ist wieder da“, sagte der Coach und freute sich, dass mit dem überzeugenden Marek Mintal, der den verletzten Zvjezdan Misimovic vertrat, eine weitere Alternative in der Offensive hat: „Er hat die Lücke hervorragend geschlossen.“

Der erste Heimsieg seit dem 2:1 gegen Hertha BSC Berlin am 9. Dezember vergangenen Jahres ist aber nur etwas wert, wenn der „Club“ am kommenden Samstag sein Heimspiel gegen Mitkonkurrent Arminia Bielefeld gewinnt. „Das heutige Spiel ist das Maß, das wir brauchen, um die Liga zu erhalten“, sagte von Heesen und nahm seine auch spielerisch überzeugende Mannschaft in die Pflicht: „Wir müssen Gas geben, beißen und aggressiv sein. Das sind die Tugenden, die man im Abstiegskampf braucht.“

Die Franken hätten sich am Ende das Zittern ersparen können, wenn sie ihre Chancen besser genutzt hätten. Robert Vittek (22.) scheiterte per Kopfball an der Querlatte. Verteidiger Javier Pinola (66.) zögerte beim Abschluss, so dass Benaglio klären konnte. FCN- Schlussmann Daniel Klewer als Vertreter des verletzten Jaromir Blazek war dagegen kaum gefordert, denn ohne die gesperrten Paradestürmer Grafite und Ashkan Dejagah war Wolfsburg harmlos. Marcelinho blieb in seinem 200. Bundesligaspiel völlig blass. Magath nahm die zweite Pleite nach dem 0:1 gegen Bochum äußerlich gelassen hin: „Wir haben einen guten Mittelfeldplatz. Die höheren Ansprüche müssen die erfüllen, die sie stellen. Ich stelle sie nicht“.

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