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24. Oktober 2017 | 11:42 Uhr

Schallende Ohrfeige für Seemann und Tesch

vom

svz.de von
erstellt am 14.Dez.2011 | 08:07 Uhr

Die Regierungserklärung von Ministerpräsident Sellering war zunächst einmal eines, nämlich eine schallende Ohrfeige für die ehemalige Gleichstellungs-Staatssekretärin Magret Seemann (SPD). Für das erklärte Ziel Sellerings, weit mehr Frauen in Führungspositionen zu positionieren, ist der Boden in den letzten 13 Jahren ganz und gar nicht bereitet worden. Die Ministerien müssen jetzt zu Zielvereinbarungen gedrängt werden, weil bis zur Referatsleiterebene Frauen in der Landesregierung deutlich benachteiligt sind.

Auch Ex-Kultusminister Henry Tesch (CDU) dürften die Ohren geklungen haben. Eltern haben sich beschwert, dass die Schulpolitik an ihnen, für deren Kinder Schule ja organisiert wird, vorbeigeht. Eltern und Lehrer wurden nicht beteiligt. Ein schlimmeres Urteil kann es für die Politik kaum geben. Sellering will jetzt auf Dialog setzen. Ob das die mangelnden Visionen im Koalitionsvertrag von einer Schule der Zukunft allein ersetzt, daran kann man zweifeln. Aber ein Anfang ist der Dialog auf jeden Fall.

Und noch eine Korrektur will das Kabinett Sellering vornehmen. Entgegen dem Hochschul-Kurs der ersten SPD-geführten Regierungen unter Harald Ringstorff sollen jetzt die steigenden Studentenzahlen an den Unis und Hochschulen als Chance und nicht als Fluch für das Land begriffen werden. Das lässt darauf hoffen, dass Knebelungskonzepte der Hochschulentwicklung über Bord geworfen werden. Alle drei Beispiele machen deutlich, die Koalition will näher an die Menschen. Politik soll nicht über die Köpfe hinweg gestaltet werden, sondern mit den Bürgern. Dem können die Kabinettssitzungen dienen, die künftig in den neuen Kreisen und in Rostock sowie Schwerin stattfinden sollen. Dem dienen die Bürgergespräche Sellerings. So ist der Schul-Dialog gedacht. Eine späte Erkenntnis. Mehr Dialog hätte schon der Kreisreform gut getan. Aber wenigstens etwas ganz Konkretes, woran man die Landesregierung messen kann. Schon bei Debatte um die Theater im Land. So wird der Theater-Dialog zur Nagel-Probe wie ernst Sellering genommen werden kann und sich selbst nimmt.

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