Salz nur auf den Hauptstraßen

Michael Scherbarth belädt ein Streufahrzeug. Mit dem Kies an Bord werden auch die Eingänge und Wege auf dem Friedhof gestreut.
Michael Scherbarth belädt ein Streufahrzeug. Mit dem Kies an Bord werden auch die Eingänge und Wege auf dem Friedhof gestreut.

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25. Januar 2010, 10:08 Uhr

wittenberge | Per Satzung haben die Stadtverordneten beschlossen, in welchen Straßen der Betriebshof Winterdienst vornimmt und wo die Bürger alleine für das Kehren und Streuen verantwortlich sind. "Wir machen aber schon seit Wochen deutlich mehr, als festgelegt, ganz einfach, weil es die Situation erfordert. Überall können wir aber nicht zusätzlich im Einsatz sein", sagt Betriebshofleiter Andreas Grieswald.

In der Mitte des Schwartauwegs ist Eis zu einer scharfkantigen Masse zusammengefroren. Im Parallel verlaufenden Hoppenradweg ist die Fahrbahn picobello sauber. Keine Frage, dass es sich dort besser fährt, weil die Autos nicht aufsetzten, sagen Bewohner aus einem der Seitenwege. Und sie wundern sich, denn augenscheinlich hat der Stadtbetriebshof den Hoppenradweg geschoben, "obwohl er auch nicht in der Satzung steht."

Es stimme, sagt Grieswald, dass die Kollegen die Fahrbahn im Hoppenradweg geschoben hätten, den Schwartauweg aber nicht. "Wir orientieren uns bei den Entscheidungen, wo wir etwas zusätzlich einschieben , an der Bedeutung der Straßen bzw. Wege", erklärt Grieswald und bittet die Bürger, "gegebenenfalls eben auch mal einen etwas längeren Weg in Kauf zu nehmen, wir haben eben Winterwetter".

So wüssten er und seine Mitarbeiter auch sehr genau, dass Straße im Hagen besonders auf der Steigung Richtung Elbstraße bzw. Nedwighafen sehr glatt ist. "Wir haben dort mehrfach gestreut. Aber auf dem Eis bleibt nicht viel liegen, wenn erst einmal einige Autos gefahren sind." Deshalb sei manchmal eine Umfahrung wirklich sicherer. Spiegelglatt sind auch die Burg- und die Steinstraße. Auf die beim "Prignitzer" eingegangenen Hinweise dazu, reagieren der Betriebshofchef und sein Vertreter Rainer Wöhlert mit dem Verweis, "auch hier war die Betriebshof in den letzten Tagen schon mehrfach im Einsatz, eben so in der Turmstraße, im Zellwolle- und im Klärenweg sowie auf dem eigentlich nicht in den Winterdienst mit einbezogenen Abschnitt der Wahrenberger Straße zwischen Turm- und Külzstraße. Streusand zeige bei überfroren Straße aber immer nur eine begrenzte Wirkung.

Auf die Nachfrage, weshalb der Betriebshof dann nicht Salz einsetze, sagen Grieswald und Wöhlert, der Einsatz erfolgt nur auf den Hauptstraßen. Sie nennen dafür als Gründe den Schutz der Umwelt, die hohen Kosten, vor allem aber auch die Tatsache, "dass das Streusalz nur dort wirkt, wo viele Autos fahren, den Eis- und Schneematsch von der Straße fahren, bevor er wieder festfriert.

"Unsere Kollegen sind werktags zwischen 4.30 und 20 Uhr im Einsatz, um den Winterdienst abzusichern", verdeutlicht der Betriebshofchef die derzeitige Belastung seiner Mitarbeiter.

Aus Hinzdorf kommt ein dickes Lob für die engagierte Arbeit des Betriebshofs in diesem schneereichen Winter. "Es klappt sehr gut bei uns", sagt Ortsvorsteherin Heike Paasch.

Der Eigenbetrieb habe, sagt Wöhlert, dieser Tage fast täglich auf der Verbindungsstrecke zwischen Hinzdorf und Garsedow mit leichten Schneeverwehungen zu tun. Zusätzlich für diesen Winter ins Dienstprogramm aufgenommen ist die Kap-Straße nach klein Lüben, weil ja die Einwohner aus den Ortsteilen durch den Abriss der Hafenbrücke den Umweg über Kuhblank fahren müssen.

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