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24. November 2017 | 16:22 Uhr

Hintergrund : Russlands Gas-Routen in den Westen

vom

svz.de von
erstellt am 28.Dez.2015 | 20:31 Uhr

Über die beiden Pipelines Nord Stream und Turkish Stream soll ein großer Teil des Erdgasbedarfs im energiehungrigen Westeuropa gedeckt werden. Strang eins der 7,4 Milliarden Euro teuren Ostsee-Leitung Nord Stream ging im November 2011 in Betrieb, seit Oktober 2012 fließt Gas durch die zwei bestehenden Leitungen. Bisher hat die Trasse eine Jahreskapazität von 55 Milliarden Kubikmetern.

Für Russlands Präsidenten Wladimir Putin ist die 1224 Kilometer lange Pipeline von Wyborg nach Lubmin bei Greifswald strategisch wichtig: Mit ihrer Hilfe kann sibirisches Gas zu den Abnehmern in Westeuropa gelangen, ohne durch Transitländer wie die nach Westen strebende Ukraine zu fließen. Doch in der EU gibt es Streit um das Projekt, viele Staaten fürchten eine noch höhere Abhängigkeit von Russland.

Im vergangenen Juni hatte das Konsortiumsmitglied Gazprom - Russlands Staatsmonopolist - als Mehrheitseigner angekündigt, die Erweiterung um einen dritten und vierten Strang zusammen mit Deutschlands größtem Energiekonzern Eon, der britisch-niederländischen Shell und der österreichischen OMV in Angriff zu nehmen. Der Kasseler Gasförderer Wintershall will bei dieser Ausbaustufe ebenfalls dabei sein.

Die südlich um die Ukraine herum verlaufende Pipeline Turkish Stream gilt dagegen als Nachfolgeprojekt der früheren South-Stream-Pläne, die wegen der Spannungen mit Moskau in der Ukraine-Krise gescheitert waren. Statt bis nach Bulgarien soll die vom russischen Küstenort Anapa durch das Schwarze Meer und die Türkei geführte Leitung bis nach Griechenland weitergebaut werden. Pro Jahr könnte die Trasse bis zu 63 Milliarden Kubikmeter schaffen, zunächst sind von 2017 an 15,6 Milliarden Kubikmeter zum Eigenverbrauch der Türkei geplant. Aber wegen des Streits zwischen Moskau und Ankara nach dem Abschuss eines russischen Militärjets im Syrien-Konflikt liegen die Pläne auf Eis.

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