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26. September 2017 | 05:57 Uhr

Ruinen weichen neuem Wohnquartier

vom

svz.de von
erstellt am 15.Nov.2011 | 06:53 Uhr

Perleberg | Seit Mitte der 90er Jahre regt sich auf dem Gelände, das an die Heilige- Geist-Straße angrenzt, nichts mehr. Vielmehr hat man hier den Eindruck vom vergessenen Land. Einst erwarb die Firma Voß Baumanagement dieses Areal, hatte große Pläne. Von Wohnungsbau, Tiefgaragen, Handel und Wandel war die Rede. Die Firma ging in Konkurs, die Vorhaben zerplatzten wie eine Seifenblase.

Seit vergangener Woche nun ist die GWG Wohnungsgesellschaft mbH Perleberg neuer Eigentümer dieser Flurstücke. "Das Areal stand zur Zwangsversteigerung. Wenn wir es nicht genommen hätten, wäre bestimmt in den nächsten zehn Jahren hier nichts passiert, außer, dass alles immer mehr verfällt", ist sich GWG-Geschäftsführer Klaus Neumann sicher. Den Ausschlag, das Areal zu erwerben, gab für die GWG ihr angrenzendes Gebäude, die ehemalige Uniformschneiderei in der Karl-Marx-Straße. "Wenn wir dieses Haus halten wollen, dann muss etwas passieren, denn der Schwamm hat vom ehemaligen Tabaklager auf unser Haus übergegriffen", so Neumann. Zudem, wer zieht schon in ein saniertes Haus von dem man auf eine Ruinenlandschaft schaut, statt auf einen grünenden Innenhof.

Genau das will die GWG nun hier schaffen - Wohnungen in einer ansprechenden Umgebung. Und damit einen Schandfleck beseitigen. Das ehemalige Wohnhaus in Sichtachse der Kirchstraße wie auch das angrenzende Ziegelgebäude sollen vom Keller bis zum Dach komplett auf Vordermann gebracht und mit einem Fahrstuhl ausgestattet werden. "Wir bauen altengerecht", fügt Klaus Neumann an. Das dabei der Denkmalschutz mit im Boot sitzt, gebiete schon die Tatsache, dass man sich hier im Stadtsanierungsgebiet befinde. So ist das gesamte Vorhaben und auch der Abriss des ehemaligen Tabaklagers mit der oberen Denkmalbehörde abgestimmt. "Die Genehmigung liegt vor und wir werden noch in diesem Jahr mit dem Abriss beginnen", ergänzt Ronald Otto, Prokurist. Konkret werden der ehemaligen Tabakspeicher, oder besser gesagt, was davon noch übrig ist, und der Seitenflügel abgerissen. Letzterer allerdings nur bis zur ersten Etage, "um die Sichtkante zu erhalten", erläutert Neumann.

Das Ganze solle als Nebengelass für die künftigen Mieter hergerichtet und gleichfalls saniert werden, wie auch der Teil der alten Stadtmauer. "Der äußere Anblick, wie er sich jetzt straßenseitig bietet, soll erhalten werden, "nur um vieles ansprechender. Praktisch soll das Ganze in alter Schönheit wiederentstehen", ergänzt Otto. Die Ruinenlandschaft wird einer attraktiven Innenhofgestaltung mit Stellplätzen und viel Grün Platz machen. Ins Auge gefasst ist, dass Ende 2013 hier die Mieter in ihr neues Zuhause einziehen können. In einem zweiten Bauabschnitt soll dann die ehemalige Uniformschneiderei auf Vordermann gebracht und als altersgerechtes Wohnhaus mit Fahrstuhl hergerichtet werden. Insgesamt rund 18 Wohnungen sollen in diesem an der Stepenitz gelegenen neuen Stadtquartier entstehen.

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