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22. November 2017 | 15:59 Uhr

Rürup-Rente: Das müssen Vorsorge-Sparer wissen

vom

svz.de von
erstellt am 19.Jul.2011 | 06:37 Uhr

Die steuerlich geförderte Rürup-Rente führt immer noch ein Schattendasein - vor allem, wenn man sich den Erfolg des großen Bruders, der Riester-Rente, anschaut. Dabei hat die Rürup-Rente durchaus Charme und bietet Renditepotenzial, wenn man einiges beachtet.

Im Grundsatz gilt: Interessant ist die Rürup-Rente vor allem für Besserverdiener, die im Alter voraussichtlich nur geringe Renteneinkünfte haben und deren Altersvorsorge vor allem auf Kapitalerträgen basiert. Der Grund: Als Gutverdiener profitiert man in der Einzahlphase von hohen Steuervorteilen; sind im Alter aber lediglich Kapitaleinkünfte über die Abgeltungssteuer zu versteuern, wird die Rürup-Rente in der Auszahlphase kaum mit Steuern belegt sein.

Und die steuerliche Förderung ist umfangreich: Die Beiträge zu einem Rürup-Vertrag sind als Altersvorsorgeaufwendungen absetzbar - wie die Beiträge zur gesetzlichen Rente. Absetzbar sind jedoch Beiträge nur bis zu einem Höchstbetrag von 20.000 Euro, Verheiratete können den doppelten Höchstbetrag in Anspruch nehmen. Das gilt jedoch erst ab dem Jahr 2025. Bis dahin sind die Beiträge nur prozentual absetzbar. 2011 sind 72 Prozent der Beiträge steuerlich absetzbar, damit können im besten Fall 14.400 Euro (72 Prozent von 20.000 Euro) abgesetzt werden - Verheiratete verdoppeln diese Summen. Bis 2025 steigt der Prozentsatz jährlich um 2 Prozentpunkte und der Höchstbetrag jährlich um 400 Euro für Alleinstehende und um 800 Euro für Ehepartner.

Versteuert wird die Rente im Alter mit dem Besteuerungsanteil, der für den Rentnerjahrgang 2011 bei 62 Prozent liegt. Jeder neue Rentnerjahrgang bekommt einen "Aufschlag" von jeweils 2 Prozentpunkten in den Jahren bis 2020 und von jeweils 1 Prozentpunkt in den Jahren 2021 bis 2040. Ein Beispiel: Rentner, die im Jahre 2020 in Rente gehen, haben einen Besteuerungsanteil von 80 Prozent.

Wer sich im Jahre 2040 zur Ruhe setzt, muss die Rente in voller Höhe versteuern.

Um überhaupt in den Genuss einer steuerlichen Förderung zu kommen, müssen die Verträge seit 2010 zertifiziert sein und die strengen Rürup-Kriterien erfüllen. So darf der Vertrag nicht vor dem 1.1.2005 abgeschlossen worden sein, die Versicherung darf nur eine lebenslange Rentenzahlung vorsehen. Am Ende der Laufzeit darf somit (anders als bei normalen Rentenversicherungen) keine Kapitalabfindung möglich sein. Eine weitere Vorgabe: Die Rürup-Rente darf nicht vor dem 60. Lebensjahr beginnen, es sei denn, der Vertrag wird um einen Berufsunfähigkeitsschutz ergänzt, eine entsprechende Rente darf natürlich vorher bezogen werden. Außerdem dürfen die Rentenansprüche nicht vererblich sein - außer der Vertrag sieht einen Hinterbliebenenschutz vor - und die Rentenansprüche dürfen nicht übertragen und nicht beliehen werden, wie zum Beispiel für den Kauf einer Immobilie. Zu guter Letzt dürfen die Rentenansprüche nicht veräußert werden, Verbraucher können die Versicherung also weder verkaufen noch kündigen.

Großzügiger ist die Regelung, wenn es um Erweiterungen des Vertrags geht. Die Basis-Rentenversicherung kann durch eine Zusatzversicherung ergänzt werden, und zwar zum einen als Schutz gegen Erwerbs- und Berufsunfähigkeit und zum anderen, um die Familie im Falle eines Todes zu versorgen. Das gilt aber nur für den Ehegatten und Kinder, für die ein Anspruch auf Kindergeld besteht.

Unversorgt mit der Rürup-Rente bleiben dagegen der nichteheliche Lebensgefährte, der eingetragene Lebenspartner sowie der frühere Ehegatte. Ganz wichtig: Die Zusatzabsicherungen dürfen nicht mehr als 50 Prozent der Beiträge verzehren.

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