Rügen wird ab Mai Saurier-Insel

Wie hier im vogtländischen Plohn rüstet man sich auch auf der Insel Rügen für den großen Ansturm auf den neuen Dino-Park: Ab Mai sollen nordöstlich von Schloss Spyker bei Bobbin lebengroße Sauriermodelle Besucher anlocken.   Foto: dpa
Wie hier im vogtländischen Plohn rüstet man sich auch auf der Insel Rügen für den großen Ansturm auf den neuen Dino-Park: Ab Mai sollen nordöstlich von Schloss Spyker bei Bobbin lebengroße Sauriermodelle Besucher anlocken. Foto: dpa

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09. März 2008, 11:29 Uhr

Bobbin - Eine Reise in die Zeit vor mehr als 65 Millionen Jahren können Urlauber in diesem Jahr auf der Insel Rügen antreten. Voraussichtlich ab Mai sollen Gäste bei einem Streifzug durch einen 15 Hektar großen „Jurassic Park“ im Inselnorden auf die Giganten der Saurierzeit treffen. Nordöstlich von Schloss Spyker bei Bobbin will Investor Rüdiger Kunkel aus Stralsund einen Erlebnispark mit etwa 100 lebensgroßen Dinosauriermodellen anlegen. Die ersten sollen in wenigen Wochen aufgestellt werden.

Vom 70 Tonnen schweren Brachiosaurier mit zehn Metern Höhe bis zum fleischfressenden Tyrannosaurus Rex, der aufgerichtet immerhin viereinhalb Meter groß wurde, soll die Artenvielfalt der Ur-Echsen reichen. Die kleinsten von ihnen, die schnellen Composognathus, erreichten gerade mal eine Körperlänge von 60 Zentimetern.

Der Bebauungsplan für die einstige Militärliegenschaft sei bereits rechtskräftig, sagt Birgit Riedel vom Bauamt Nord-Rügen. Nach dem Vorbild ähnlicher Parks in Deutschland bleibe die hügelige Landschaft weitgehend erhalten und werde durch einen Rundweg erschlossen. In einer Buschgruppe können die Besucher zum Beispiel auf die Nachbildung eines Sauriernests aus der Kreidezeit mit bereits geschlüpften Jungtieren treffen. Geplant ist die Anpflanzung neuer Gehölze, darunter auch der als lebende Fossilien geltenden Ginkgo-Bäume sowie von Bambussträuchern und Sumpfzypressen.

Zum Projekt gehören ein Pkw-Parkplatz, ein Restaurant sowie Räumlichkeiten für Filmvorführungen, Vorträge und Ausstellungen, zum Beispiel mit versteinerten Saurierabdrücken, -eiern und Knochenfunden. Auch ein Betriebshof für eventuelle Modellreparaturen ist vorgesehen.

„Wir bekommen die aus Glasfasern gefertigten Sauriermodelle als Leihgaben von der Firma Wolter Design“, sagt Kunkel. Das niedersächsische Unternehmen in Rehburg Loccum gilt als weltweit größter Hersteller prähistorischer Tiermodelle, die unter anderem bereits für Museen in Deutschland, Portugal und der Schweiz nach streng wissenschaftlichen Kriterien gefertigt wurden.

Kunkel legt Wert auf eine korrekte Darstellung der Urzeit-Bewohner. Nicht etwa bewegliche Spielzeuge, sondern möglichst originalgetreue Modelle sollen bei Spyker zu sehen sein. „Wir streben die Anerkennung als Museum an und wollen in einer zweiten Ausbaustufe weitere Ausstellungskomplexe errichten“, sagt er.

Sie könnten später zum Beispiel auch jene Tierarten zeigen, die nach dem Aussterben der Saurier die Welt beherrschten. Im Repertoire von Wolter Design finden sich unter anderem zahlreiche lebensgroße Modelle von Ur-Säugetieren. Zu ihnen gehören das riesige Wollhaar-Nashorn Elasmotherium, Ur- und Riesenhirsche, das Riesenfaultier, Mammuts und Säbelzahntiger.

Nicht auszuschließen ist, dass Rügens neuer Erlebnispark vielleicht eines Tages sogar die einstigen Giganten der Meere präsentieren wird. Zu ihnen gehörten das 15 Meter lange Riesenkrokodil, die ausgestorbene Riesenschildkröte und der legendäre Riesenhai mit seinem mannsgroßen Maul.

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