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UPM aus Finnland : Rostock macht sich fit für das Papier-Geschäft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Jede Woche drei Zuläufe für UPM aus Finnland: Hafen bekommt bisherige Anteile von Lübeck und Gdynia dazu

svz.de von
erstellt am 21.Jan.2015 | 11:50 Uhr

Die Vorkehrungen sind in vollem Gange, der Countdown läuft. In wenigen Wochen soll für den finnischen Papierproduzenten UPM nur noch der Hafen Rostock Umschlagplatz für Transporte an der südlichen Ostseeküste sein. Von den Standorten Lübeck und Gdynia zieht sich der Konzern zurück. Ab 1. März kommt der Teil, der bislang über Polen ging (etwa 130 000 Tonnen), in Rostock dazu. Ab 1. April folgt dann auch der Teil, der bislang in Lübeck abgewickelt wurde. Hier waren es zuletzt rund 420 000 Tonnen.

Beweggrund für die Neuausrichtung sind die insgesamt zurückgegangenen Mengen, die eine Konzentration erforderlich machten, erklärt Joachim Thonagel (55), Direktor für Logistik und Distribution bei UPM Paper ENA, was für Europe & North America steht.

In Rostock, wo im vergangenen Jahr 244 000 Tonnen Papier und Zellulose von UPM über die Kaikanten gingen, wird sich die Umschlagsmenge um etwa eine halbe Million Tonnen erhöhen. Die Rostocker Dienstleister, die im Wettbewerb der drei Häfen das Rennen machten, müssen sich auf die enorm wachsenden Anforderungen einstellen. Die Wertschöpfung ist beim Papierumschlag sehr groß, viel Arbeit damit verbunden. Sie beginnt mit der Planung der Dienstleistungen, die mithilfe der Lübecker Firma European Cargo Logistics GmbH (ECL) erfolgt, die seit zehn Jahren auch in Rostock vertreten ist.

Besondere Anforderungen werden an den Umschlag gestellt. Die bis zu 6,5 Tonnen schweren und bis 4,32 Meter breiten Papierrollen werden auf Kassetten oder Rolltrailern aus dem Schiff gezogen, mit so genannten Tugmastern in die Hallen gebracht, hier gelagert, um dann per Güterwaggon oder Lkw just in time zum Bestimmungsort zu rollen.

Wer die Transporte aus dem Schiff und das Stapeln der zum Teil übermannshohen Rollen übereinander in der Halle einmal gesehen hat, weiß um die hohen Ansprüche, die diese Dienstleistungen den Hafenarbeitern abverlangen.

Euroports Germany, die ihre Kooperation mit UPM in Rostock auf der Grundlage einer langfristigen Vereinbarung nun ausweiten kann, bereitet sich entsprechend vor. Das Personal wird um 50 bis 60 Mitarbeiter aufgestockt, Trainingslehrgänge laufen und im Euroports-Tochterunternehmen PLU (Papier- Lager- und Umschlagsgesellschaft) wird in neue Anlagentechnik investiert. Der als exklusiver Umschlagplatz ausgewählte Hafen will schließlich mit attraktiven Durchlaufzeiten und guter Qualität das in ihn gesetzte Vertrauen bestätigen.

Das heißt insbesondere auch, die Schadensquote so gering wie möglich zu halten, erklärt Thonagel, der der PLU-Crew bislang eine gute Arbeit bescheinigen kann. Nunmehr heißt es für wöchentlich zwei Abfahrten aus Rauma und einer Abfahrt aus Kotka gerüstet zu sein. Von Rostock aus werden polnische Kunden per Lkw bedient, in den Südwesten Deutschlands will UPM auch eine Verbindung des Kombiverkehrs über das KLV-Terminal in Richtung Karlsruhe nutzen.

Die Konzentration des Umschlags der hochwertigen Güter auf Rostock bringt den heimischen Hafen einen weiteren Schritt nach vorn. Papierumschlag gibt es an der Warnow nach der Umstrukturierung des Hafens seit 1991. Es begann mit dem Unternehmen Warico, woran eine Aufschrift auf dem Hallendach noch heute erinnert. Seit 1996 führt UPM hier Regie. 2004 wurden schon einmal 570 000 Tonnen umgeschlagen. Allerdings waren seinerzeit auch inzwischen weggefallene Exporte in die USA und England dabei. Zudem erübrigen sich für UPM einige Zuläufe aus Finnland durch acht eigene Papierwerke in Deutschland und Österreich. Und der Papierverbrauch ging insgesamt zurück.

Hauptsitz von UPM Paper ENA ist Augsburg, wo die organisatorischen Fäden des Logistik-Netzwerkes zusammenlaufen. Hier ist auch das Tätigkeitsfeld von Thonagel eingebunden. An der Universität Rostock bei Prof. Karl-Heinz Breitzmann hat der gebürtige Schweriner Seeverkehrswirtschaft studiert, arbeitete danach bei Deutrans und Aseco, ehe er 1992 einer der Väter des Papierumschlags an der Ostseeküste wurde.

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