Rostock baut vor: Mehr Wohnraum im Zentrum

Östlich der Stadtmauer: Ex-Stadtplaner Christoph Weinhold und Anwohner Christian Blauel über dem Baugebiet-Modellmban
Östlich der Stadtmauer: Ex-Stadtplaner Christoph Weinhold und Anwohner Christian Blauel über dem Baugebiet-Modellmban

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01. Februar 2010, 11:44 Uhr

Rostock | Ganze Stadtteile entstehen momentan in der Hansestadt neu. Gebaut werden soll im Petriviertel, im Gebiet Groter Pohl, auf der Holzhalbinsel, dem ehemaligen Marinegelände Gehlsdorf und dem Stolteraer Weg in Diedrichshagen.

Im letztgenannten, wohl exklusivsten Projekt plant die Stadt den Neubau zweier Villenviertel direkt an der Ostsee. "Am Golfplatz" stehen dafür zwölf Hektar zur Verfügung, drei davon im städtischen Besitz. Allerdings hat Rostock die Fläche 1993 bereits als Sondergebiet für die Windenergienutzung ausgewiesen, was die Planungen nun behindert. Das Wohngebiet "Nördlich des Stolteraer Weges" dagegen befindet sich komplett in privater Hand. Laut Planungen von Stadtarchitekt Ralf Müller sollen die Grundstücke in Toplage jeweils 2500 Quadratmeter umfassen.

Dringender als die beiden Villenviertel werden das "Karavelle-Quartier" auf der Holzhalbinsel und "Klein-Venedig" östlich der Stadtmauer benötigt: Einer Prognose für das Jahr 2020 zufolge wird der Wohnraum in der Innenstadt knapp. Denn neben Studenten zieht es immer mehr junge Familien ins Zentrum, während anderen Stadtvierteln wie Lichtenhagen, Lütten Klein oder Toitenwinkel der Leerzug droht.

Darauf setzt auch die Delta-Immobiliengruppe, die auf der Holzhalbinsel 30 Millionen Euro in ein exklusives Wohn- und Geschäftsviertel investiert, in dem rund 170 Wohnungen entstehen.

Das Gebiet östlich der Stadtmauer, größtes Bauprojekt der kommenden Jahre, verantwortet komplett die Stadt. Mit dessen Vermarktung hat sie bereits begonnen, erste Bauausschreibungen abgeschlossen. Namensvorschläge für die neuen Straßen liegen ebenfalls auf dem Tisch. Einzig die Sturmflutgefahr zwischen dem 15. Oktober und dem 15. März müssen die Planer als Hindernis berücksichtigen. Werden die angesetzten Fristen eingehalten, rollen die ersten Bagger gegen Jahresende los.

Ebenfalls in Innenstadtnähe gelegen ist das Baugebiet Groter Pohl in der Südstadt. Hier sollen neben einem Wohnviertel auch wissenschaftsnahe Einrichtungen angesiedelt werden. Außerdem ist in den kommenden Jahren ein Moscheeneubau vorgesehen.

Weniger begehrt zeigte sich in den vergangenen Jahren das ehemalige Marinegelände Gehlsdorf. Die auf 1000 Quadratmeter angelegten Grundstücke schienen den Interessenten zu groß. "Sie werden auf 700 bis 550 Quadratmeter verändert", sagt Britt Serwatka von der Rostocker Wohnungsgesellschaft.

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