Splitter : Rosenhagens Berühmtheit

Die Garbstätte.
Die Garbstätte.

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31. August 2016, 09:25 Uhr

Unmittelbar am Giebel der Rosenhagener Kirche befindet sich die Grabstätte von Hans Caspar von Platen. Er war in Diensten des dänischen Königs zum Generalkriegskommissarius aufgestiegen und wurde 1713 königlicher Amtmann in Apenrade. Im gleichen Jahr wurde er der Unterschlagung beschuldigt und saß bis 1726 in Arrest.

Die Grabstätte soll saniert werden und die Geschichte der von Platen in einer Ausstellung dann im neuen Kirchturm museal erschlossen werden. Übrigens: In dem Turmbau soll auch der historische Deckenbalken aus dem Jahre 1564 seinen Platz finden, wie auch die bauzeitlichen Fugenritzungen im Turmsockel konserviert und touristisch zugänglich gemacht werden sollen.

Anne Petrick und Jan Bodenstein über der Zeichnung vom künftigen Kirchturm.  Fotos: Doris Ritzka
Anne Petrick und Jan Bodenstein über der Zeichnung vom künftigen Kirchturm. Fotos: Doris Ritzka
 

Kirchturmstumpf soll denkmalgerecht wiederentstehen

Im zweiten Anlauf hat es geklappt, freut sich Anne Petrick. Sie ist eine der Rosenhagener Kirchenältesten. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Storchenland Prignitz hat die Förderfähigkeit ihres Turmprojekts bestätigt. Seit sieben Jahren versuchen die Rosenhagener, einen Gemeinderaum zu bekommen. Wenn sie sich mal treffen wollen, Konzerte oder auch Theaterveranstaltungen stattfinden sollen, dann geht es derzeit nur im Sommer. Denn die kleine Kirche ist nicht beheizbar und hat auch keine Toilette. Doch alle Versuche, den Turm denkmalgerecht wieder zu errichten, scheiterten.

„Mit der Förderfähigkeit, haben wir nun die erste Hürde genommen“, so Anne Petrick. Möglich wurde das aber auch nur, weil alle an einem Strang ziehen. „Wir haben das kirchliche Bauamt Berlin-Brandenburg mit im Boot, wichtig wenn es um die Finanzierung geht. Denn 25 Prozent Kosten müssen wir aus Eigenmitteln bestreiten.“ Und sie haben mit Jan Bodenstein vom Wittenberger Unternehmen Boarchitekt einen guten Architekten. „Er arbeitet schnell, kann zuhören und hat so die Vorstellungen umgesetzt.“

Der Turm stammt, wie die Kirche, aus dem 15. Jahrhundert. In den 1970er Jahren wurde der Aufsatz wegen Baufälligkeit jedoch entfernt. Was vom Turm blieb, war der aus Feldsteinen gemauerte Stumpf. Nun soll der Turm in seiner historischen Geometrie wiederentstehen. Der Stumpf aus Feldsteinen wird faktisch das Erdgeschoss mit Toilette und kleiner Teeküche. Von hier aus gelangt man über eine Treppe in einen knapp 50 Quadratmeter großen Raum, wo dann Veranstaltungen, Ausstellungen und auch die Winterkirche stattfinden sollen. Der hölzerne Aufbau, mit Fenstern an den Ecken, wird von einer achteckigen, mit Schiefer gedeckten Turmspitze abgedeckt, erläutert Jan Bodenstein.

Neben dem kirchlichen Bauamt und der Kirchgemeinde habe man auch Kontakt zur Denkmalbehörde gesucht. Nicht zuletzt müssen Fragen des Brandschutzes hier beachtet werden. „Alle Ämter und Behörden zeigten sich sehr aufgeschlossen“, betont Anne Petrick. Jetzt geht es darum, dass das Bauamt der Stadt den Bauantrag genehmigt, damit Rosenhagen die Unterlagen dann beim Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung Neuruppin einreichen kann, um Fördermittel bewilligt zu bekommen. Kommt die Zusage, dann werde so schnell wie möglich ausgeschrieben. „Gebaut wird 2017, und 2018 soll dann alles fertig sein“, überschlägt Anne Petrick lächelnd den Zeitplan.

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