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22. November 2017 | 03:11 Uhr

"Ringer nicht auf dem Kommerzaltar opfern"

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erstellt am 03.Apr.2013 | 10:28 Uhr

Schwerin/Torgelow | Die aktuellen Überlegungen des Internationalen Olympischen Komitees, die Sportart Ringen aus dem olympischen Programm zu streichen, sind von Innen- und Sportminister Lorenz Caffier (CDU) scharf kritisiert worden. "Ringen ist wie kaum eine andere Sportart seit der Antike ein Symbol des olympischen Gedankens", so der Minister. Fun- und Trendsportarten könnten diesen Sport niemals ersetzen. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass dieses Symbol auf dem Altar einer ausufernden Kommerzialisierung geopfert werde. "Im Zentrum Olympias muss auch künftig der olympische Gedanke und nicht der Profit stehen", forderte Caffier. Auch in Mecklenburg-Vorpommern, aus dem in der Vergangenheit Olympiasieger im Ringen hervorgegangen sind, habe die Sportart große Traditionen und ist auch heute noch an mehreren Standorten von großer Bedeutung für den Breitensport.

"Als Sportminister werde ich mich dafür einsetzen, dass das IOC seine Ankündigung nicht wahr macht. Gleichzeitig hoffe ich darauf, dass die Kraft der sich gegenwärtig formierenden internationalen Proteste das IOC wieder zur Vernunft bringt. Ringen muss olympisch bleiben!" sagt er.

Eine Forderung, die Balsam für die gestressten Nerven von Uwe Bremer ist. Der Chef des Landesverbandes der Ringer in Mecklenburg-Vorpommern verweist da rauf, dass es momentan mehr als 500 aktive Ringer im Land gibt, dass bei Großveranstaltungen die Hallen immer ausgebucht seien. "Denken Sie mal an London: Da war nicht ein Engländer qualifiziert und die Hallen waren auch dort ausverkauft. Weil unser Sport nicht attraktiv ist?" fragt der 45-jährige Bremer, der seit mehr als 20 Jahren Trainer und seit fünf Jahren Verbandschef ist. "Berti Vogts hat mal gesagt, dass man im Osten keinen Fußball spielen kann, die gehen da alle zum Ringen", sagt Bremer. Ringen habe Tradition und sei vor allem für das östliche Europa wichtig. Die Folgen eines Olympia-Aus seien kaum absehbar. Noch vor einigen Jahren habe der Ringerverband MV mit 1500 Euro vom Landessportbund zusätzlich zu den Beitragseinnahmen auskommen müssen. "Durch unsere sportlichen Erfolge sind wir mittlerweile bei 7700 Euro, damit kann man schon etwas anfangen", erklärt Bremer. Er rechnet jedoch damit, dass diese Förderung gestrichen wird, wenn die IOC-Vollversammlung im September verbindlich entscheidet.

Wer die Entscheidungen der vergangenen Jahrzehnte beobachtet hat, weiß aber, dass eine Debatte im Herbst nicht mehr zu erwarten ist. Wenn nichts passiert, ist das Ringen nicht nur im Schwitzkasten. Es ist endgültig draußen.

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