"Rentner-Spektakel" mit "Touri-Suse"

svz.de von
20. Juni 2012, 09:55 Uhr

Ob "Eigentor am Strand" oder "in den Sand gesetzt" - die Medien haben in den vergangenen Tagen nicht mit Kritik an der ZDF-Fußballbühne auf der Insel Usedom gespart.

Vom "Rentner-Spektakel mit Fernsehgartenatmosphäre" schrieb "Stern.de", eine "Art AOK-Kongress" beobachtete die Süddeutsche Zeitung" und die "Bild" titelte: "Mit dem Zweiten sieht man Wasser".

Damit nicht genug. Die "Frankfurter Rundschau" verglich die Moderatoren Katrin Müller-Hohenstein und Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn mit einer "Touri-Suse von Sonnenschein-TV, die den Strandkorbverleiher von Boltenhagen interviewt". Und in Internet-Blogs wurde die Fernsehfrau wegen ihrer Lederkleidung "Usedomina" getauft. Hinzu kam Häme über Versprecher wie "Mario Klose".

Zu weit weg vom EM-Geschehen, zu viel Strandidylle mit touristischen Hubschrauberperspektiven und zu viel belangloses Geplauder vor zu wenig enthusiastischem Publikum - das meinen die Kritiker. Leere Stuhlreihen am Anfang der Übertragungen boten eine entsprechende Steilvorlage. Inzwischen ist die Strandarena jedoch bei jedem Spiel ausverkauft, heißt es beim ZDF. An Änderungen sei nicht gedacht, betont Chefredakteur Peter Frey: "Unser Konzept wird sich auszahlen." Die Einschaltquoten geben ihm zumindest recht.

Die Insel sei mit ihrer Nähe zum EM-Gastgeberland Polen bewusst gewählt worden, sagt auch ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz. Eine solche Präsentation mit Bühne und Publikum sei in Polen oder der Ukraine nicht möglich. "Das Ganze wirkt nur da, wo die Zuschauer auch Oliver Kahn und Katrin Müller-Hohenstein sprachlich verstehen", meint Gruschwitz. ZDF-Intendant Thomas Bellut nahm ebenfalls Stellung zu den kritischen Medienberichten. "Messbar ist diese Ablehnung bei unserem Publikum nicht", so Bellut.

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