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Regionales Klinikum lebt auch ohne Helios-Vertrag

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Beide Seiten nennen wirtschaftliche Gründe für die Aufkündigung der Kooperationsvereinbarung

svz.de von
erstellt am 11.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Da hatte das abendliche regionale Fernsehmagazin dieser Tage mit einer kleinen Meldung in seinem zweiten Nachrichtenblock richtig für Verwirrung gesorgt. Hintergrund der Nachricht: Das Westmecklenburg-Klinikum (WMK) „Helene von Bülow“ hat seine seit zwei Jahren bestehende Kooperationsvereinbarung mit den Schweriner Helios-Kliniken gekündigt.

„Die Kündigung des Vertrages war für uns ein notwendiger Schritt. Er diente der wirtschaftlichen und leistungsorientieren Justierung der Abteilung und berücksichtigt gleichzeitig die erheblichen Veränderungen der medizinischen und finanziellen Rahmenbedingungen der vergangenen Jahre“, erklärt Stiftspropst Jürgen Stobbe, einer der Geschäftsführer des Westmecklenburg-Klinikums. Da man mit Dr. med. Sefer Abdija einen versierten und in Ludwigslust vernetzten Kardiologen habe gewinnen können, sei diese Neujustierung möglich, ohne dass das Angebot des Linksherzkathetermessplatzes in irgendeiner Form gefährdet sei. Auch zukünftig werde das Klinikum hier Leitlinien gerechte Behandlungen anbieten. „Die Kündigung ändert nichts an der Tatsache, dass die Geschäftsführung des Westmecklenburg-Klinikums einer wirtschaftlich ausgewogenen Kooperation mit externen Partnern auch unter Einbeziehung der Helios Kliniken Schwerin grundsätzlich positiv gegenüber steht“, unterstreicht Stobbe ausdrücklich.

Offensichtlich ist dieser Schritt der Vertragskündigung zum 31. Juli dieses Jahres im Vorfeld gründlich in den Gremien besprochen worden. Kurz und knapp reagiert Landrat Rolf Christiansen. Der Landkreis ist einer der Gesellschafter des Klinikums. „Selbstverständlich ist die Patientenversorgung gesichert. Es wird weitere Gespräche mit den Helios-Kliniken Schwerin geben. Zudem baut das WMK eigene Kapazitäten auf“, sagt der Chef der Kreisverwaltung.

Aus einer etwas anderen Perspektive blicken die Schweriner Helios-Kliniken auf die Problematik. „Die Zusammenarbeit ist bisher erfolgreich und zum Wohle der Ludwigsluster Patienten durchgeführt worden“, heißt es in einer Stellungnahme der Geschäftsführung.

Zudem zeigten sich laut Helios auch die Mitarbeiter vor Ort sehr zufrieden mit der gemeinsamen Kooperation. „Das Klinikum Ludwigslust sieht sich jedoch derzeit nicht mehr in der Lage, die vertraglich vereinbarten Konditionen weiterhin zu leisten und hat daher den Vertrag zum 31. Juli 2017 gekündigt“, stellt die Helios-Geschäftsführung ihre Sicht der Dinge dar.

Die Medizintechnik hat sich verändert. Heute werden gesundheitliche Krisen bereits im Rettungswagen erstbehandelt. Akutfälle kommen sofort in ein Spezialzentrum. Das Krankenhaus in Ludwigslust stärke sich und reagiere auf Veränderungen, sagt Jürgen Stobbe. „Wir sind nicht im Zorn mit Helios“, unterstreicht er. Die Tür bleibe offen.

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