Splitter : Regelmäßig mit dem Fahrrad zum Heimatverein

Wenngleich sie nicht aus Wolhynien stammt, das Thema Flucht des Heimatvereins bestimmte doch auch Rosemarie Voigts Leben.
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Wenngleich sie nicht aus Wolhynien stammt, das Thema Flucht des Heimatvereins bestimmte doch auch Rosemarie Voigts Leben.

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20. November 2015, 14:46 Uhr

Die Liebe führte Rosemarie Voigt nach Dobbin, und irgendwie auch eine Vergangenheit auf der Flucht. 1968 heiratete sie von Hohen Wangelin in die heutige Nachbargemeinde. Die Eltern – Vater aus Kroatien, Mutter aus Ungarn – hatten da mehrere Fluchten hinter sich: 1945 aus Jugoslawien, und dann vertrieben aus dem Grenzgebiet zum Westen Deutschlands. In Groß Malzahn, Kreis Gadebusch, wo die Eltern vor ihrer Schmähung in der „Ungeziefer“-Aktion des SED-Regimes eine Neubauernstelle bekommen hatten, wurde Rosemarie geboren. Nach der Schule lernte die junge Frau das, was ihr Vater arbeitete: in der Landwirtschaft. Doch schon bald schulte sie um, wurde Verkäuferin und hatte schließlich die Konsum-Verkaufsstelle in Groß Bäbelin, die sie bis 1992 leitete. Da war Schluss mit Konsum in Groß Bäbelin. „Ich wohne gerne in Dobbin“, sagt die 68-Jährige. Ein Betätigungsfeld hatte sie nach dem beruflichen Ende schließlich in der Nähe gefunden. Erika Werner, die den Linstower Wolhynien-Heimatverein gründete, habe sie einmal angesprochen, ob sie nicht helfen könne. Gäste durchs Museum führen, die Scheune sauber machen, den Garten pflegen… „Mir hat das Spaß gemacht“, erklärt Rosemarie Voigt ihr langjähriges Engagement für den Heimatverein. Mittwochnachmittags, in der Saison auch an Wochenenden – die paar Kilometerchen zwischen Dobbin und Linstow fahre sie immer, wenn möglich, mit dem Fahrrad. Alle 14 Tage organisiert sie auch die Spielenachmittage für die Senioren in beiden Ortsteilen – unter anderem.

Barkeeper im Van-der-Valk-Resort: Michael Krause
Barkeeper im Van-der-Valk-Resort: Michael Krause
 

Job im Resort – und in Linstow sesshaft geworden

Im achten Jahr Linstower ist Michael Krause, und mit seinen 41 eher einer der Jüngeren. Die Arbeit zog den gebürtigen Neubrandenburger, der die meiste Zeit seines Lebens in Teterow v erbrachte, in den Ort. Als Restaurantfachmann, zuvor in wechselnden Stellen tätig, lockte ihn das Van-der-Valk-Resort. „Das ist eine traumhafte Gegend hier“, schwärmt der Technik-Freak, der seit vielen Jahren für Rennfahrer Enrico Janoschka das Motorrad betreut. Rund um Linstow, in der Schwinzer Heide, könne er sein zweites Hobby leben, sagt der leidenschaftliche Jäger. Was er an dieser Freizeit und seinem Job als Barchef im Resort gleichermaßen schätzt: „Man lernt Leute aus der ganzen Welt kennen.“ Dazu komme ein ganz kurzer Weg zwischen Arbeit und Heim: Ein Kilometer Anfahrt, wer hat das schon!? An seinem Job beim größten Arbeitgeber ringsum – Van der Valk beschäftigt in Linstow um die 200 Menschen – schätzt der Barkeeper zudem die krassen Gegensätze, wie er es sagt. „Einerseits gibt es Partys mit 1000 Menschen – und nach allem Stress geht’s nach Feierabend einmal über die Brücke – Tür zu, und es ist totale Ruhe. Besser geht’s nicht.“ Und im Ort, in dem er mit seiner Lebensgefährtin wohnt, habe er schnell noch etwas gemerkt: „Hier kennt jeder jeden. Und einer hilft dem anderen.“ Viel sei er in der Welt herumgekommen, vor allem auch als Janoschka-Begleiter. „Aber nichts geht über das Mecklenburger Land“, sagt Michael Krause. Es hört sich an, als wäre er in Linstow heimisch geworden.

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