Pro Theaterreform : Reformen unausweichlich

von Ingulf Donig, Kulturpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion

svz.de von
02. Juli 2014, 07:00 Uhr

Die vom Beratungsunternehmen Metrum vorgestellten Modelle für eine Weiterentwicklung der Theater- und Orchesterstrukturen in den östlichen Landesteilen sind eine gute Gesprächsgrundlage für die Landes- und Kommunalpolitik sowie die Träger der Theater und Orchester. Auch die Opposition von Linksfraktion und Bündnisgrünen ist gut beraten, die umfassende Analyse nicht einfach vom Tisch zu wischen.

Denn Reformen sind notwendig und unausweichlich. Ohne Strukturmaßnahmen wie z.B. eine Fusion drohen der Theater- und Orchester Neubrandenburg/ Neustrelitz GmbH und der Theater Vorpommern GmbH laut Metrum bis zum Jahr 2020 Defizite von insgesamt 5,8 Millionen Euro. Es muss also etwas passieren, um Theaterinsolvenzen zu verhindern.

Die Lösung kann dabei nicht darin bestehen, die Geldschatulle des Landes zu öffnen, wie es mal wieder Die Linke fordert. Schon heute liegt der Landeszuschuss in MV etwa 65 Prozent über Bundesdurchschnitt. Wir leisten also bereits mehr für die Theater als die meisten anderen Flächenländer in Deutschland.

Es gilt vielmehr effiziente Lösungen zu finden, die nicht zu Qualitätsverlusten führen. Für die SPD müssen bei einer Reform vier Bedingungen erfüllt sein: Jeder der vier Standorte muss mindestens eine produzierende Sparte behalten, der Bevölkerung soll weiterhin ein vielseitiges und künstlerisch anspruchsvolles Programm angeboten werden und es muss generell eine Rückkehr zum Flächentarifvertrag für die Beschäftigten geben. Zudem darf die kommunale Ebene ihre finanzielle Förderung der Theater und Orchester nicht absenken.

Auf dieser Basis wünscht sich die SPD-Fraktion einen breit angelegten Diskussionsprozess mit kreativen Ideen und Lösungen zur Umsetzung der Theater- und Orchesterreform.

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