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20. November 2017 | 01:42 Uhr

Rechtem Hass keine Macht geben

vom

svz.de von
erstellt am 26.Aug.2012 | 07:31 Uhr

Es war doppelt beschämend, das Verhalten der Bürger und das der Polizei. Ein rechter Mob randalierte, warf schließlich Brandsätze – unter dem Applaus von Anwohnern.

Der tagelange Ausbruch von Fremdenfeindlichkeit vor 20 Jahren in Rostock-Lichtenhagen, war ein erschreckendes Geschehen mitten im wiedervereinigten Deutschland. Dass die – in den neuen Ländern damals junge – Demokratie sich nicht wehrhaft, sondern hilflos zeigte, hat den Exzess des Hasses erst ermöglicht.

Für die betroffenenAusländer ein traumatisches Geschehen, für Rostock ein Schandmal, für Deutschland insgesamt eine Verpflichtung: Der Staat darf rechten Tätern nicht das Feld überlassen.

Bundespräsident Joachim Gauck, selbst Rostocker und inzwischen Ehrenbürger der Stadt, hat es gestern klar gefordert: Die Demokratie braucht mutige Bürger, die nicht wegschauen, und einen Staat, der fähig ist, Würde und Leben zu schützen. Gut gesagt, aber das muss auch in jedem Einzelfall und an jedem Ort umgesetzt werden. Konsequentes Vorgehen gegen Rechts fordert Zivilcourage. Eintreten für den anderen, statt sich einschüchtern zu lassen. Im Westen der Republik darf niemand so tun, als seien Fremdenfeindlichkeit oder rechtsextremes Gedankengut ein Sonderproblem der neuen Bundesländer, allein entstanden in einer Mischung aus fehlender Demokratieerfahrung in DDR-Zeiten und Enttäuschung bei Wende-Verlierern.

Auch im Westen brannten Häuser von Zugewanderten, in Mölln oder Solingen, auch im Westen blüht fremdenfeindliches Gedankengut, organisieren sich rechtsextreme Kameradschaften. Die Auseinandersetzung muss im ganzen Land geführt werden und in den Schulen ganz besonders, damit rechter Hass keine Macht über die Köpfe gewinnt.

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