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22. November 2017 | 17:56 Uhr

Rechte der Patienten? Fehlanzeige

vom

svz.de von
erstellt am 27.Aug.2012 | 09:22 Uhr

Mit Eugen Brysch, Vorstand der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung, sprach Rasmus Buchsteiner.

Ziehen Politik, Ärzte und Kassen die richtigen Konsequenzen aus dem Organspendeskandal?
Die Ergebnisse des Spitzentreffens bei Gesundheitsminister Bahr sind eine große Enttäuschung. Es werden jetzt wieder neue Arbeitsgruppen und Arbeitskreise eingesetzt. Aber von gesetzgeberischem Handeln ist keine Rede. Bei der Organspende liegt in Deutschland der Fehler im System. Es herrscht die organisierte Verantwortungslosigkeit. Und das Schlimmste: Bahr übernimmt die Rolle des Schutzpatrons der Selbstverwaltung. Patientenrechte sind Fehlanzeige.


Kann der Staat die Organspende tatsächlich sicherer organisieren?
Der Staat könnte es besser. Die Politik hätte dann den Hut auf und könnte klare Vorgaben machen. Das ist bisher nicht der Fall. Da macht jeder, was er will. Nur ein Beispiel: Die Deutsche Stiftung Organspende berät Angehörige von Verstorbenen ohne Spenderausweis nicht ergebnisoffen und übt damit Druck aus, die Zustimmung zur Organ-Entnahme zu geben. Gesundheitsminister Bahr erklärt aber, Angehörige müssten laut Gesetz ergebnisoffen beraten werden.

Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery spricht von Einzelfällen. Gehen Sie von größeren Dimensionen aus?
Dieser Eindruck liegt zumindest nahe. Auf jeden Fall scheint die Bundesärztekammer mit den Zahlen zu tricksen. Ihren Angaben zufolge hat es seit dem Jahr 2000 bei etwa 50 000 Transplantationen in Deutschland 121 Auffälligkeiten gegeben. Dabei bleibt unerwähnt, dass allerhöchstens fünf Prozent der Transplantationen kontrolliert wurden.

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