Hintergrund : Rauswurf nach Bagatellen

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16. September 2015, 17:22 Uhr

Haar-Affäre: Im Februar 2013 färbt die Friseurin aus Witten die Haare einer Kundin pink, dann kommt auf Wunsch der Frau der Schwanz ihres Pudels dran. Ihre Chefin kündigt ihr fristlos. Vor Gericht wird die fristlose in eine fristgerechte Kündigung umgewandelt.

Alters-Affäre: Im März 2011 wird die Ausbildende in einer Rechtsanwaltskanzlei fristlos gefeuert,  weil die 19-Jährige die Partnerin ihres Chefs auf 40 Jahre schätzt – obwohl diese erst 31 ist. Der Anwalt fühlt sich davon beleidigt. Der Prozess vor dem Arbeitsgericht endet mit der Umwandlung in eine fristgerechte Kündigung.

Altes-Brot-Affäre: Im September 2010 wird eine Kassiererin in einem Leipziger Supermarkt nach 27 Jahren Firmenzugehörigkeit entlassen, weil sie ein altes Brot nicht in die Bio-Tonne, sondern in ihre Tasche gesteckt hat. Laut Arbeitsgericht Leipzig ist die Kündigung nicht gerechtfertigt. Es hätte einer vorherigen Abmahnung bedurft.

Akku-Affäre: Wenige Cent kostet das Aufladen des Akkus seines Elektrorollers im Büro. Dafür kündigt die Firma einem IT-Experten im September 2010  nach 19 Jahren im Unternehmen. Das Landesarbeitsgericht Hamm erklärt die Kündigung aber  für unwirksam.

Streich-Affäre: Ein Bäcker aus dem westfälischen Bergkamen bestreicht im September 2009 am Arbeitsplatz ein gekauftes Brötchen mit firmeneigener Paste – und fliegt. Das Landesarbeitsgericht Hamm hebt die fristlose Kündigung als unverhältnismäßig auf.

Maultaschen-Affäre: Eine Altenpflegerin in Konstanz nimmt im März 2010 Maultaschen mit, die für die Bewohner des Seniorenheims bestimmt waren, aber im Müll gelandet wären. Wegen Diebstahls wird ihr fristlos gekündigt. Vor dem Landesarbeitsgericht einigt sie sich mit ihrem Arbeitgeber auf eine Abfindung – die Kündigung bleibt bestehen.

Pfandbon-Affäre: Weil sie liegengebliebene Pfandbons im Gesamtwert von 1,30 Euro einsteckt, verliert eine Kassiererin nach 31 Jahren im Supermarkt im Februar 2008 fristlos ihren Job – und wird bundesweit bekannt. Die „Emmely“ genannte Frau klagt durch mehrere Instanzen und siegt vor dem Bundesarbeitsgericht.

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