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Splitter : Rasten im „Deichhof“ und die Seele baumeln lassen auf einem Denkmalhof mitten in der Natur

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

svz.de von
erstellt am 03.Feb.2016 | 12:31 Uhr

In der Stadt wohnen sie wirklich gut, sagen Gabriele und Horst Schönfeld. Als dann aber in Garsedow ein großes Grundstück zum Verkauf stand, ein Vier-Seiten-Hof , von dem drei Seiten unter Denkmalschutz stehen, entschieden beide sich doch fürs Landleben. Die Versicherungsmaklerin und der Bauingenieur haben beide in ihren Jobs genügend zu tun. „Dass wir Haus und Ställe zu einer Pension ausbauen, war eigentlich nicht geplant“, sagt Horst Schönfeld. Sie haben es dann trotzdem getan. Was für ein Glück. Denn die Pension „Deichhof“ ist ein Kleinod geworden. Das große Ganze stimmte, wie auch jedes liebevoll gestaltete Detail. Übernachtungsgäste kommen aus der Ferne. Aber auch zahlreiche Wittenberger haben hier schon in ländlicher Idylle stilvoll gefeiert und anschließend wundervoll beispielsweise auch in einem der beiden Zimmer mit Heubetten übernachtet. Und vielleicht hat sie im Frühjahr oder Sommer sogar noch der Storch auf der Scheune mit seinem Geklapper geweckt. 

Wo der Wassersport eine Heimstatt hat

Für Kanuten, Segler, Motorbootfahrer und sogar Angler mit ihren Kähnen ist das Minidorf hinterm Deich eine gute Adresse, denn dort ist der Wassersportverein Garsedow mit seinem Bootshaus und der großen Steganlage zu Hause. 70 Mitglieder zählt der Verein. 1984 wurde das Bootshaus fertig. Es war der Ersatzbau für die beiden Häuser auf dem Königsdeich, die wegen der neue n Hafenbrücke weichen mussten, erinnert sich der Vereinsvorsitzende Lothar Haase. Heute gehört das Garsedower Bootshaus der Stadt. „Wir können es kostenlos nutzen. Das ist gut“, sagt der Vereinschef. Aber es ist nur die eine Medaillenseite. Denn der Verein muss bis auf Großreparaturen sämtliche Kosten tragen; egal, ob Heizung, Versicherung oder, oder. Die Mitglieder sind fleißig, leisten jeder 30 Arbeitsstunden im Jahr. Und sie sind gute Gastgeber. Im Bootshaus und suf der Wiese für Zelter übernachten häufig Radler und Wasserwanderer aus allen Ecken Deutschlands und auch aus dem Ausland.  

Der berühmte Dichter und das kleine Dorf

Nicht jedes Dorf kann von sich sagen, was Garsedow geschafft hat. Das Elbdörfchen hat Eingang in die klassische Literatur gefunden. Diesen Umstand haben die Garsedower dem Dichter Theodor Fontane, den Adligen von Quitzow und einer liebreizenden jungen Dame zu verdanken. In seinen „Wanderungen durch die Mark“ hat sich Fontane auch den Schlössern zugewandt und damit auch den von Quitzows. Im Band „Fünf Schlösser“ beschreibt der Literat , wie die Brüder Dietrich und Johann von Quitzow, von denen jener jetzt 19, dieser 15 Jahre zählte, den Sommer und den Herbst 1385 verbrachten – nämlich „zu großem Teil auf Schloß Wittenberge, wo sich ihr Spiel- und Jugendgenosse, der etwas ältere Kaspar Gans zu Putlitz, eben damals um die Gunst eines schönen Fräulein von Restorf auf Haus Garsedow bewarb“. Über das schöne Fräulein ist nichts überliefert. Wohl aber, dass sich in Wallhöf, das zu Garsedow gehört, die Reste einer ehemaligen Burganlage finden.  

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