Rasse soll wieder heimisch werden

Das Deutsche Reichshuhn - gold-schwarzgesäumt – ein Stamm mit einem Hahn und vier Hennen
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Das Deutsche Reichshuhn - gold-schwarzgesäumt – ein Stamm mit einem Hahn und vier Hennen

Hans Joachim Rieprich züchtet seit einem Jahr das Deutsche Reichshuhn

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26. März 2018, 11:48 Uhr

„Der Name hat nichts mit der Gesinnung des Nationalsozialismus zu tun“, darauf weist Hans-Joachim Rieprich seine Gesprächspartner und Kunden hin, wenn er über das Deutsche Reichshuhn spricht, das er seit knapp einem Jahr züchtet. Der Glöwener widmet sich seit nunmehr 50 Jahren der Hühnerzucht. Sein Haupthuhn war und ist dabei immer das Welsumer Huhn - rost-rebhuhnfarbig. In der Vergangenheit hat er immer wieder erfolgreich auf Orts-, Kreis-, Landes- und Europaschauen teilgenommen.

Durch Zufall erfuhr er von seiner Nachbarin Yvonne Pahling von dem Deutschen Reichshuhn, einer Rasse, die auf der Roten Liste der gefährdeten Haustierrassen als bedroht geführt wird. Diese versuchte bisher vergebens den Farbschlag gold-schwarzgesäumt zu finden. Also recherchierte er im Internet, wo er auch auf den Bayerischen Zuchtfreund Manfred Becher stieß. Von ihm hat er sich auch die ersten Eier aus drei Zuchtstämmen geholt und im Frühjahr des vergangenen Jahres mit der Zucht des Deutschen Reichshuhns - gold-schwarzgesäumt begonnen. „Aus den drei Stämmen habe ich mir die besten Tiere rausgesucht und zwei Stämme 1/4 – ein Hahn, vier Hennen – gebildet“, berichtet Hans-Joachim Rieprich. Jetzt sei er bestrebt, die Rasse in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wieder heimisch werden zu lassen. Die Nachfrage ist groß. Inzwischen hat er einige Bruteier an Züchter und Halter verschickt.

Rieprich geht noch einmal auf den Namen „Deutsches Reichshuhn“ ein: „Natürlich stand bei der Kreation dieser Rasse der Gedanke an ein Deutsches Nationalhuhn im Vordergrund. Allerdings war das schon 1895, einer Zeit, in der sich ein Großteil der Deutschen zum ersten Mal mit den unter Bismarck geeinten vielen Deutschen Fürstentümern identifizierten.“ Das Huhn sei zahm, genügsam und habe in seinem Ursprung „kein deutsches Blut in seinen Adern“. Um das Deutsche Reichshuhn zu züchten bediente man sich vielmehr der ursprünglichen Rassen Asiens sowie verschiedener Mittelmeerrassen, die eingekreuzt wurden.

Während Hans-Joachim Rieprich mit dem Reichshuhn nur Züchter in Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern versorgt, gehen die Bruteier des Welsumer Huhns europaweit auf Reisen. Diese verschickt er u.a. nach Österreich, in die Schweiz, nach Frankreich und wie erst vor einigen Tagen nach Belarus.

Trotzdem bleiben bei Rieprich auch noch Eier für den Verzehr, auch wenn deren Anzahl in der Brutzeit zurückgeht. „Da wird das Kotelett mal nicht paniert“, sagt er lachend.

Er selbst ist Mitglied im Rassegeflügelverein Leipzig, wo er auf einen größeren Zusammenhalt und mehr Fachkompetenz getroffen ist.

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