Rasender Roland hat Betrieb zeitweise eingestellt

Eine Dampflok der Kleinbahn 'Rasender Roland' zieht einen Zug über die Insel Rügen. Foto: dpa
Eine Dampflok der Kleinbahn "Rasender Roland" zieht einen Zug über die Insel Rügen. Foto: dpa

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02. Januar 2008, 02:54 Uhr

Bergen - Erneute Zwangspause für die Traditionsbahn "Rasender Roland" auf der Insel Rügen: Die Dampfbahn hat ihren Betrieb mit Beginn des neuen Jahres eingestellt, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Verkehrsvertrag mit dem bisherigen Betreiber Hermann Schöntag war zum Jahresende 2007 gekündigt worden. Im Dezember hatte das Land in einem Ausschreibungsverfahren der Eisenbahn-Bau und Betriebsgesellschaft Preßnitztalbahn in Jöhstadt (Sachsen) den Zuschlag erteilt. Gegen diese Entscheidung hatte jedoch ein Mitbewerber Widerspruch eingelegt und eine Nachprüfung gefordert, so dass der Betrieb noch nicht an die Preßnitztalbahn vergeben werden konnte, wie ein Sprecher der Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern erläuterte.

Die Vergabekammer prüft nun den Widerspruch. Die fünfwöchige Frist läuft zum 24. Januar ab, könne aber auch noch verlängert werden. Auf Teilen der Strecke wird nach Angaben des Verkehrsministeriums zunächst bis zum 24. Januar Schienenersatzverkehr gefahren, um die Transportkette nicht abreißen zu lassen. Der Vertrag mit dem neuen Betreiber sieht laut Verkehrsministerium die Übernahme aller knapp 50 Mitarbeiter vor.

Der "Rasende Roland" dampft seit 1896 über die Insel Rügen und befördert jährlich rund 400 000 Passagiere. Die Kleinbahn fährt im öffentlichen Personennahverkehr auf einem 24 Kilometer langen Streckennetz zwischen den Bahnhöfen Göhren und Lauterbach. In den vergangenen Jahren hatte es oft Querelen mit den Vorbesitzern gegeben, die Kleinbahn stand längere Zeit unter anderem wegen Kohlemangels still. Derzeit stehen nicht nur die Loks in den Schuppen, auch die Büros des in Putbus ansässigen Unternehmens sind unbesetzt. Ein Anrufbeantworter informiert über die Betriebseinstellung.

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