Randalierer schänden Gräber in Tarnow

Dieses Bild bot sich Pastor Siegfried Rau  auf dem Friedhof in Tarnow. Randalierer hatten die schweren Grabkreuze umgestoßen. Der Pastor ist empört und erstattet Anzeige bei der Polizei.
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Dieses Bild bot sich Pastor Siegfried Rau auf dem Friedhof in Tarnow. Randalierer hatten die schweren Grabkreuze umgestoßen. Der Pastor ist empört und erstattet Anzeige bei der Polizei.

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06. Februar 2008, 10:45 Uhr

Tarnow - „Das ist eine Schande“, sagt Tarnows Pastor Siegfried Rau. Er war entsetzt, als er am Montag sehen musste, dass Unbekannte den Friedhof geschändet hatten. Zwei riesige Grabkreuze aus Eisen und mit einem stabilen Fundament waren umgekippt. „Es sind Kreuze für Soldaten, die 1945 in Tarnow gestorbenen sind“, erzählt Rau. Auch den Grabstein einer Familie haben die Randalierer umgeworfen.

„Am Freitag standen die Steine noch, als wir am Montagmorgen zur Arbeit kamen, lagen sie so auf der Seite“, erzählt einer der Bauarbeiter, die gerade am Kirchendach arbeiten. Zudem sind Blumenschalen, die am Gedenkstein für die Gefallenen der Kriege von 1914/18 und 1939/45 stehen, umgestoßen.

„Am Wochenende war Fasching in Tarnow. Aber ob das damit zusammenhängt, weiß ich nicht“, sagt der Pastor. Dennoch geht er davon aus, dass sich die Tat in der Nacht von Sonnabend zu Sonntag ereignet hat. „Ich weiß nicht, was das soll. War das eine Mutprobe oder so etwas?“ Siegfried Rau hat dafür kein Verständnis. Leider sei der Friedhof immer mal wieder Ziel von Randalierern. „Plakate werden abgerissen, das Glas vom Schaukasten wurde zerstört“, erzählt der Pastor. Der Gedenkstein für die Gefallenen der Weltkriege ist beschmiert. Immer wieder würden sich Kinder und Jugendliche auf dem Friedhof aufhalten.

„Das ist doch kein Spielplatz. Sie dürften dort nur sein, wenn sie mit der Grabpflege beschäftigt sind“, erklärt der Pastor. Deshalb appelliert er an Eltern und andere Erwachsene, auf den Nachwuchs einzuwirken. „Wenn jemand Kinder auf dem Friedhof sieht, dann kann er sie doch fragen, was sie dort suchen.

Wer hinter den Vorfällen vom Wochenende steht, weiß der Pastor aber nicht. „Kinder werden es sicherlich nicht gewesen sein, dafür sind die Kreuze viel zu schwer“, sagt der Pastor. Er habe bei der Polizei Anzeige wegen Störung der Totenruhe erstattet. Mitarbeiter des Bauhofes stellten die Grabsteine gestern wieder auf.

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