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25. November 2017 | 05:16 Uhr

Rammte "Costa"-Kapitän Schiff in Warnemünde?

vom

svz.de von
erstellt am 02.Mär.2012 | 08:35 Uhr

Rom/Rostock | Von einem gefährlichen Manöver des "Costa Concordia"-Kapitäns Francesco Schettino vor knapp zwei Jahren in Warnemünde hat gestern die Turiner Zeitung "La Stampa" berichtet. Den Ermittlungsprotokollen zur Havarie der "Costa Concordia" sei dieses zu entnehmen: Schettino habe am 4. Juni 2010 als Kommandant des Kreuzfahrtschiffes "Costa Atlantica" bei der Einfahrt in den Hafen des Ostseebades die dort vertäute "Aida Blu" beschädigt und sich dem Kapitän des Schiffes gegenüber dann in "unangemessenem Ton" geäußert.

Die Reederei Aida Cruises in Rostock widersprach der Darstellung. Es habe keine Schiffsberührung gegeben, wie die Überschrift impliziere, sagte Sprecher Hans-Jörg Kunze. Auch von einem Streit wisse er nichts. Die "Aida Blu" sei an ihrem Liegeplatz bereits fest vertäut gewesen, als die "Costa Atlantica" vorbeifuhr. Dabei sei eine Sogwirkung entstanden, so dass sich die "Aida Blu" bewegte. Die ausgefahrene Laderampe sei dabei leicht beschädigt worden, es habe Kratzer im Metall gegeben. Eine Version, die auch der Rostocker Hafenkapitän Gisbert Ruhnke bestätigte. In den vergangenen 20 Jahren habe es in Rostock so gut wie keine Kollisionen gegeben. "Der Vorfall wird nicht angemessen dargestellt", meinte Kunze. Aida Cruises mit Sitz in Rostock ist eine Tochtergesellschaft der Reederei Costa Crociere.

Dem Zeitungsbericht zufolge ist das Kreuzfahrtschiff "Costa Atlantica" fast acht Knoten schnell in den Hafen gefahren. Auf Nachfrage seiner Reederei Costa Crociere habe Schettino zu Protokoll gegeben, von einer Geschwindigkeitsbegrenzung nichts gewusst zu haben und dafür auch nicht belangt worden zu sein.

Kunze konnte zu einer möglichen Geschwindigkeitsüberschreitung nichts sagen. Auch die Wasserschutzpolizei in Rostock konnte zur Geschwindigkeit des Schiffes damals keine Auskunft geben. Den Unterlagen zufolge war durch die Sogwirkung ein so geringer Schaden an der Gangway entstanden, dass sich die Reedereien auf eine interne Schadensregulierung einigten, wie Sprecher Hartmut Richter sagte. Passagiere seien nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Richter sagte, er sei sich nicht einmal sicher, dass der Sog nur von der "Costa Atlantica" verursacht wurde. Sie sei nur am dichtesten an dem Aida-Schiff vorbeigefahren.

Schettino steht nach der Havarie der "Costa Concordia" vom 13. Januar unter Hausarrest. Ermittelt wird gegen ihn wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, Havarie und Verlassen das Schiffes während der Evakuierung. 25 Tote wurden geborgen, sieben Opfer werden noch vermisst.

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