Warsow : Putzen wie Profis auf dem Friedhof

Kümmern sich um das Bruchholz auf dem Warsower Friedhof: Heinz Buller und Volker Haupt.
Kümmern sich um das Bruchholz auf dem Warsower Friedhof: Heinz Buller und Volker Haupt.

Warsower Kirchengemeinde lud zum großen Aufräumen ein/Bürgermeisterin Gisela Buller spendierte selbst geschmierte Stullen

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25. März 2018, 23:39 Uhr

Der Winter hinterlässt auch auf den Friedhöfen der Region seine Spuren. Am Sonnabend waren deshalb die Warsower, Kothendorfer und Krumbecker zum Frühjahrsputz aufgerufen. Einer, bei dem diese Bitte seit zehn Jahren nicht ungehört verhallt, ist Volker Haupt.

„Ich gehöre zur Freiwilligen Feuerwehr Kothendorf- Warsow und wir Kameraden unterstützen jedes Jahr im Herbst und Frühjahr die Kirchengemeinde Gammelin-Warsow“, erklärt der 34-Jährige, während er zusammen mit Heinz Buller Bruchholz zerkleinert. Er helfe gern mit, den Ort zu verschönern, verrät der Kothendorfer. Und zählt Einiges auf, was es zu tun gelte. „Laub muss geharkt werden. Der Zaun ringsherum ist mit Grün bewachsen, von dem wir ihn nun befreien müssen. Außerdem wollen wir Bäume ausschneiden.“ Während der junge Mann seine Motorkettensäge vorbereitet, erzählt er außerdem, dass auf dem Friedhof vor etwa 100 Jahren mehrere Linden als Kreuz gepflanzt worden seien.


Jeder Helfer bringt private Technik mit

An einem dieser Bäume hält Frank Mandelkow, der mit Quad und Hänger gekommen ist. Auf der Ladefläche ein Benzinrasenmäher. „Wer auf dem Dorf wohnt und ein großes Grundstück hat, braucht auch jede Menge Gartentechnik“, erklärt der 56-Jährige, der als Arzt in Hagenows Krankenhaus arbeitet. „Ich habe heute aber keinen Dienst, deshalb kann und will ich auf dem Friedhof helfen“, sagt der Kothendorfer, für den es völlig selbstverständlich sei, die privaten Werkzeuge und Geräte zur Verfügung zu stellen. So wie andere auch, die beispielsweise mit Aufsatzmäher anreisen. Und gleich loslegen. Ein Anblick, an dem sich Christine Buller-Reinartz kaum satt sehen kann. „Eigentlich kommen immer zu wenig zum Helfen, deshalb freut man sich über jedes noch so kleine Engagement“, erklärt die 43-Jährige, die ebenfalls in Kothendorf zu Hause ist. Schon als Kind habe sie beim Frühjahrsputz mitgemacht, erinnert sie sich als Mitglied des örtlichen Kirchengemeinderates. Was sie heute besonders umtreibt und beschäftigt, sind die Pflege der Freiflächen und Bäume auf dem Gottesacker. „Mit dem Kirchenkreis Mecklenburg muss geklärt werden, wie das künftig gehandhabt werden soll.“

Zwischen den fleißigen Frauen und Männern harkt auch Warsows Bürgermeisterin Gisela Buller das Laub zusammen und die Wege rein. Seit 1994 bekleidet die gebürtige Alt Metelnerin schon das Amt und kümmert sich um die Belange der rund 650 Einwohner, ist selbst Mitglied der Kirchengemeinde.

„Ich bin seit 1974 regelmäßig beim Frühjahrsputz dabei und helfe mit, den Friedhof in Ordnung zu halten. Das gehört für mich zur Daseinsfürsorge einfach dazu“, bekennt die 70-Jährige, die daheim eigenhändig zwei Pakete Stullen geschmiert und frischen Kaffee gekocht hat. Für die unermüdlichen Helfer, denen der eisige Wind sichtlich zu schaffen macht. Besonders die Finger sind trotz der Handschuhe schnell klamm. Da nützt es auch wenig, dass Frühblüher wie Schneeglöckchen und Winterlinge bereits keck ihre Köpfchen aus dem Rasen schieben. Ein schöner Anblick zwar, aber kalt bleibt kalt. Und doch gibt keiner der fleißigen Helfer auf.

Für Gisela Buller ist das große Aufräumen auf dem Friedhof eine gelungene Aktion, auch wenn sie sich ebenfalls noch mehr helfende Hände gewünscht hätte. „Ich würde auch gern den vor Jahren leider eingeschlafenen Frühjahrsputz in der Gemeinde wieder aufleben lassen.“

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