zur Navigation springen
Neue Artikel

11. Dezember 2017 | 12:33 Uhr

Hintergrund : Proteste gegen Zeitverträge

vom

svz.de von
erstellt am 03.Jun.2014 | 17:56 Uhr

 Die Betriebsräte der Deutschen Post im Norden protestieren gegen die Arbeitsvertragspraxis ihres Unternehmens. Sie kritisierten gestern in Hamburg vor allem die Einstellung von Mitarbeitern über fortlaufend befristete Arbeitsverträge. Das sei gängige Praxis, berichtete die stellvertretende Verdi-Bundesvorsitzende Andrea Kocsis. Rund 13 600 Mitarbeiter würden bundesweit unter anderem in der Brief- und Paketzustellung mit solchen Zeitverträgen beschäftigt, das sei ein Anteil von 11 Prozent.

Kettenbefristungen seien   immer dann unzulässig, wenn in der wiederholten Befristung rechtsmissbräuchliches Verhalten zu sehen ist, so der Fachanwalt für Arbeitsrecht, Prof. Björn Gaul.

 Wann ein Rechtsmissbrauch gegeben ist, bestimmten die Gerichte im Einzelfall. Ein Indiz für Rechtsmissbrauch sei, wenn Arbeitnehmer länger als vier Jahre bei einem Arbeitgeber beschäftigt sind und bereits mehr als sechs Verlängerungen bekommen haben, erläutert Prof. Gaul. Wenn der Arbeitgeber keine Gründe für die Notwendigkeit einer erneuten Befristung vortragen könne, sei die Chance für Mitarbeiter groß, vor Gericht eine Entfristung ihres Vertrags zu erstreiten. Um vor Gericht die Entfristung zu erstreiten, ist nicht viel Zeit. Die Klage muss spätestens drei Wochen nach dem Ende des Arbeitsvertrags bei Gericht eingegangen sein, erklärt Prof. Gaul.

Wird sie später eingereicht, ist sie unzulässig.In manchen Fällen ist die Befristung auch von vorneherein unzulässig.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen