Produktion im Wismarer Klausner-Werk steht fast still

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06. Januar 2009, 04:16 Uhr

Wismar - Die Produktion im Wismarer Werk des Holzkonzerns Klausner ist nach Unternehmensangaben wie geplant fast zum Erliegen gekommen. „Wir gehen schrittweise zurück“, sagte Konzernsprecherin Anne Leibold am Dienstag der dpa. Grund sei der fehlende Holzabsatz wegen der Krise in der Immobilien- und Baubranche weltweit. In Wismar seien rund 350 Beschäftigte betroffen. Ein Teil von ihnen sei in Kurzarbeit null, andere hätten noch Urlaub oder Überstunden abzubauen. Etwa ein Drittel arbeite noch, zum Teil in anderen Werken des Unternehmens. In Wismar sei der Rundholzeingang gestoppt, letzte Aufträge würden erledigt. Das Werk solle „auf null“ zurückgefahren werden.

Leibold betonte, die Produktion sei jederzeit wieder hochzufahren. Es sei nicht geplant, den Standort Wismar zu schließen. Auch für ein Werk in Bayern habe Klausner Kurzarbeit angemeldet. Die Entscheidung für den Produktionsstopp sei auf Wismar gefallen, weil es von Holzlieferungen per Schiff vor allem aus Skandinavien lebe. Es sei schwieriger, die Produktion inmitten eines Holzeinschlaggebietes etwa in Thüringen stillzulegen. Das skandinavische Holz sei zudem wegen der Währungsrelation zu Schweden zeitweilig sehr teuer gewesen.

Wie es weitergehe, werde sich hoffentlich im ersten Quartal abzeichnen, sagte Leibold. Der Absatz des Holzkonzerns sei direkt von der Entwicklung in der Industrie abhängig - sowohl bei Verpackungsholz für den Maschinenbau als auch für das Hauptprodukt Bauholz, das zum großen Teil in die USA geliefert wurde. Möglicherweise komme schon das Konjunkturpaket der Bundesregierung mit dem Vorziehen öffentlicher Bauvorhaben der Holzindustrie zugute.

Die Konjunkturkrise habe Klausner schon Ende 2007 zu spüren bekommen. Die Situation habe sich wegen der ungünstigen Währungsrelation zugespitzt. Das Holz sei vorwiegend im teuren Euro-Raum eingekauft, aber für US-Dollar verkauft worden. „Es hat uns als erste erwischt wegen unserer großen Exporttätigkeit“, sagte Leibold. Der österreichische Konzern ist der zweitgrößte Hersteller von Nadelschnittholz in Europa. In Deutschland unterhält er fünf Säge- und Hobelwerke und ist damit Branchenführer.

Die Konjunkturkrise hat aber schon eine Reihe von Betrieben zur Kurzarbeit gezwungen. Allein in Westmecklenburg waren es der Arbeitsagentur Schwerin zufolge im Dezember 16 Unternehmen. Darunter ist nach eigenen Angaben der Seehafen Wismar, der für das gesamte erste Halbjahr Kurzarbeit angemeldet hat. Weitere 91 Betriebe befinden sich laut Arbeitsagentur in Westmecklenburg in saisonaler Kurzarbeit. Betroffen sind in der Region insgesamt 871 Beschäftigte.

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