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22. August 2017 | 09:28 Uhr

Prignitzer stecken tief in den Schulden

vom

Prignitz | Immer mehr Prignitzer sind verschuldet. Das geht aus Zahlen der Insolvenzhilfe Prignitz e. V. hervor. "Im ersten Halbjahr verzeichneten wir einen Zuwachs der Überschuldungsfälle von rund zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum", sagt deren Leiter Dietmar Schröder. Insgesamt seien das 263 ausgewertete Schuldnerhaushalte.

Erschreckend die Prignitzer Schuldensumme: "Die angehäuften Verbindlichkeiten betragen rund 15 Millionen Euro zu elf Millionen im Vergleichszeitraum. Eine Steigerung von mehr als 30 Prozent", betont Schröder.

Die durchschnittliche Schuldenhöhe gibt er mit 55 307 Euro je Haushalt an. Sie liegt damit nicht nur über dem Niveau des Vorjahres (48 400 Euro), sondern auch über den Landesdurchschnitt. Diesen beziffert das Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg mit rund 45 400 Euro, Vorjahreswert 41 800 Euro. Laut dem Amt stieg die Schuldensumme in Brandenburg um elf Prozent auf knapp 96 Millionen Euro.

Sind die Schulden erst einmal angehäuft, hilft den Betroffenen oft nur eine professionelle Beratung und Begleitung. Diese bieten mehrere Prignitzer Vereine und Verbände an.

Die Vorbereitung einer außergerichtlichen Einigung mit den Gläubigern und ein anschließendes Entschuldungsverfahren sollte nur eine anerkannte Schuldnerberatungsstelle übernehmen, erklärt Schröder. Wenn diese Möglichkeit scheitert, müsse dies eine anerkannte Stelle bestätigen. "Deshalb raten wir dringend, nur solche Stellen aufzusuchen."

Erfahrungsgemäß gebe es auf dem Markt eine Reihe von unseriösen Anbietern. Vor diesen warnt Schröder eindringlich: "Sie versprechen, Kredite zu vermitteln, Schulden zu reduzieren, das Verbraucherinsolvenzverfahren durchzuführen - kassieren aber in Wahrheit nur ab", warnt er. Statt raus aus den Schulden, rutschen Betroffene noch tiefer hinein. "Unser Verein kennt Fälle aus der Prignitz, wo Schuldnern genau das passiert ist."

Solche "schwarzen Schafe" wie Schröder sie nennt, werben mit schneller Schuldenregulierung oder Kreditvermittlung. "Etliche dieser Anbieter lassen sich einfachste Bürodienste bezahlen, bleiben aber ansonsten untätig",l warnt Schröder. Zusätzliche Gebühren fielen häufig für Vermittler oder Anwälte an.

Schröder warnt vor Hausbesuchen der Anbieter und vorgefertigten Überweisungs trägern, die der Kunde unterschreiben soll. Bundesweit würden jährlich rund 400 000 Verbraucher Opfer eines Kreditvermittlungsbetruges. Das belege eine Studie der Schufa.

Beratungsstellen:

  • Insolvenzhilfe Prignitz: Montag bis Freitag 9 bis 17/18 Uhr,Tel. 03876/307491

  • AWO Perleberg: Montag bis Freitag 9 bis 12 Uhr, Tel. 03876/3074115

  • Förderverein Lenzener Elblaue, Tel. 038792/92414 od. 92429 oder 92433
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erstellt am 29.Sep.2010 | 08:45 Uhr

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