Hintergrund : „Prepper“ und das Warten auf die Katastrophe

Bastian Blum in seinem Katas-trophenkeller
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Bastian Blum in seinem Katas-trophenkeller

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23. August 2016, 20:18 Uhr

Bastian Blum nimmt den Katastrophenschutz lieber selbst in die Hand. Der 37-Jährige ist für den Ernstfall gerüstet. Wenn ein großer Sturm über Deutschland hinwegfegen sollte, wenn durch einen Anschlag oder einen schweren Störfall in einem Chemiewerk der Notstand eintritt, über Tage der Strom ausfällt, keine Lebensmittel mehr aufzutreiben sind oder was auch immer, der Mann aus Krefeld ist auf – so ziemlich – alles vorbereitet.

In seinem Keller stapeln sich auf ein paar Quadratmetern bis zur Decke Dinge, die Blum, seiner Frau und seinem kleinen Sohn im Fall der Fälle das Überleben sichern sollen. Decken, Gasmasken, Schutzhelme, Gummistiefel, Schutzanzüge, Werkzeuge, Gaskocher, Kerzen, Kopfschmerztabletten, Verbandszeug, Taschenlampen und ganz viel Essen: Haferflocken, Müsli, Mehl, Milchpulver, Zucker, Nudeln, Tütensuppen, Gemüsekonserven, Dosenfleisch, Instant-Kartoffelpüree. Vorräte, um fünf bis sechs Wochen zu überstehen.

Auch der Rest der Bevölkerung sollte nach dem Willen der Bundesregierung Notvorräte anlegen. So steht es im neuen Konzept für den Katastrophenfall, den das Kabinett heute verabschieden will.

Blum wundert sich ein wenig über die Debatte. Er hat schon vor ein paar Jahren angefangen, seinen Keller zu einer Krisen-Vorratskammer umzufunktionieren. Menschen, die sich wie er für den Katastrophenfall wappnen, nennen sich „Prepper“. Abgeleitet vom Englischen „to be prepared“ – „bereit sein“ also, allzeit bereit.

Blum „preppt“ seit 2008, baute 2013 erst eine „Facebook“-Seite auf, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen - und später die Gruppe „Prepper Gemeinschaft Deutschland“. Es gibt auch noch andere Foren dieser Art. Gesicherte Zahlen allerdings, wie viele „Prepper“ es bundesweit gibt, existieren nicht.

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