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23. November 2017 | 08:45 Uhr

Premier vor Herkulesaufgaben

vom

svz.de von
erstellt am 12.Nov.2011 | 04:09 Uhr

Athen | Für Lucas Papademos beginnt der Ernst des Lebens. Seine Ernennung zum Ministerpräsidenten war in Griechenland und bei den EU-Partnern mit einer gewissen Erleichterung aufgenommen worden, aber der parteilose Finanzexperte steht vor wahren Herkules-Aufgaben.

Zunächst einmal wird der 64-Jährige darum bemüht sein, das Vertrauen der EU-Partner zurückzugewinnen. Dieses hatte sein Vorgänger Giorgos Papandreou mit der überraschenden Ankündigung zu einem Referendum über das internationale Hilfspaket angeknackst. Das Referendum ist wieder vom Tisch. Damit kann Griechenland nun hoffen, dass die nächste Tranche der internationalen Finanzhilfen von acht Milliarden Euro in Kürze ausgezahlt wird. Athen benötigt das Geld dringend. Ohne die Hilfe wäre der Staat Mitte Dezember bankrott.

Zu den schwierigsten Aufgaben der neuen Regierung wird die Umsetzung jener Reformzusagen gehören, welche die bisherigen Athener Machthaber den EU-Partnern gegeben hatten. Dazu gehört vor allem die Entlassung von 30 000 Staatsbediensteten und Beamten, die Schließung von Staatsbetrieben und Behörden sowie der Verkauf von Staatseigentum. Diese Vorhaben hatten in den vergangenen Monaten in Griechenland eine Welle von Streiks und Protesten ausgelöst. Es ist kaum anzunehmen, dass die Gewerkschaften mit Papademos gnädiger umgehen. "Die Regierung wird dann starke Polizeikräfte aufbieten müssen, wenn sie die besetzten Anlagen räumen lassen will", kündigte Gewerkschaftschef Nikos Fotopoulos an.

Die Zeitung "Kathimerini" entdeckte bei dem Regierungswechsel einen positiven Nebeneffekt. "Endlich haben wir einen Ministerpräsidenten, der ein ordentliches Griechisch spricht", schreibt das Blatt.

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