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Staatsoberhäupter in Rostock : Präsident Gauck erinnert an Wendeherbst

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Bundespräsident Gauck nutzte den Besuch der Staatsoberhäupter, um an die demokratische Revolution im Osten Deutschlands vor 25 Jahren zu erinnern.

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erstellt am 18.Sep.2014 | 17:54 Uhr

Bundespräsident Gauck nutzte den Besuch der Staatsoberhäupter, um an die demokratische Revolution im Osten Deutschlands vor 25 Jahren zu erinnern. Dazu hatte er seine Gäste in das ehemalige Stasi-Gefängnis - heutige Dokumentations- und Gedenkstätte - in Rostock sowie in die Marienkirche der Hansestadt eingeladen. „Die Marienkirche steht exemplarisch für die vielen Kirchen in Ostdeutschland, von denen der Aufbruch 1989 ausging“, sagte der Gauck, der damals Pastor in Rostock war und selbst im Wendeherbst dort vor reformwilligen Bürgern gesprochen hatte.

Deutschland muss nach Überzeugung von Bundespräsident Joachim Gauck der Zuwanderung mehr Aufmerksamkeit widmen, um den anhaltenden Bevölkerungsrückgang zu bremsen. „Klar kommen mit der Zuwanderung auch Probleme auf uns zu, vor allem aber Vorteile“, betonte Gauck am Donnerstag in Bad Doberan nach einer Beratung mit den Staatschefs von Österreich, Liechtenstein, Schweiz, Luxemburg und Belgien. Das Thema Demografie stand im Mittelpunkt des 11. Treffens der deutschsprachigen Staatsoberhäupter, für das Gauck Gastgeber war. Deutschland tue sich immer noch schwer, sich als Einwanderungsland zu begreifen. Doch werde die Debatte darüber inzwischen weniger aggressiv geführt als noch vor 20 Jahren. Bei der Zuwanderung könne Deutschland zudem von den Erfahrungen etwa der Schweiz profitieren.

„Ich habe dem Thema Integration von Anfang an große Aufmerksamkeit zugewendet. Und solange ich Bundespräsident bin, werde ich dafür werben“, betonte Gauck.Er sprach sich auch dafür aus, die Bedingungen für junge Familien weiter zu verbessern. Länder wie Belgien zeigten, dass eine gut entwickelte Kinderbetreuung in Kitas und Ganztagsschulen zu einer höheren Geburtenrate beitragen würden. „Wir können Frauen nicht zum Kinderkriegen verurteilen“, sagte Gauck und sprach sich dafür aus, „das Thema Geburtenrate eng mit dem Thema Zuwanderung zu diskutieren“.

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