Drei Fragen an den Bürgermeister : Positives Wachstum

André Brosch
André Brosch

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29. März 2016, 09:10 Uhr

André Brosch, was zeichnet die Gemeinde aus?

Unsere Gemeinde ist vor allem durch die geographisch günstige Lage gekennzeichnet. Einerseits befinden wir uns in einer landschaftlich äußerst reizvollen Gegend, am Rande des Biosphärenreservates Schaalsee, den weitläufigen Wäldern und nicht zu vergessen, dem Schaaletal. Alle Ortsteile unserer Gemeinde haben ihre historische Dorfstruktur weitestgehend bewahrt, die Entwicklung neuer Bauflächen ist behutsam und integrativ erfolgt. Andererseits sind die beiden Metropolen Hamburg und Berlin über die nahe gelegene A24 schnell erreichbar. Wir wohnen dort, wo andere Urlaub machen, sind aber gleichwohl nicht am Ende der Welt!

Die Bevölkerungsstruktur unserer Gemeinde nimmt zudem eine positive Entwicklung. Der Anteil junger Familien und deren Nachwuchs steigt, die Arbeitslosenquote ist vergleichsweise gering. Die andernorts zu beobachtende, existenziell bedrohliche Überalterung findet bei uns erfreulicherweise nicht statt.

Was will die Gemeinde tun, um zukünftig bestehen zu können?

Wir haben deutlich mehr Anfragen von bauwilligen Zuzüglern als verfügbare Bauflächen. Finanziell befinden wir uns auch auf dem Weg der Besserung, die in der letzten Legislatur getroffenen Maßnahmen zeigen erste Wirkung. Die Infrastruktur unserer Gemeinde ist verhältnismäßig in Ordnung, Kindergarten, Hort und Feuerwehren sind in einem vernünftigen Zustand, hier schlummern keine Risiken für die nächsten Jahre. Die im Altersdurchschnitt sehr junge Gemeindevertretung arbeitet nach der im letzten Jahr leider notwendigen Neuwahl des Bürgermeisters wieder hoch engagiert und konstruktiv zum Wohle unserer Gemeinde zusammen, parteipolitisches Gezänk und Profilierungsgehabe einzelner Personen sind uns fremd. Objektiv gibt es also keinen Grund zur Auflösung bzw. Eingliederung unserer Gemeinde. Die anderweitigen Bestrebungen der Landespolitik sollten unseres Erachtens die individuellen Verhältnisse vor Ort berücksichtigen, pauschalierte Entscheidungen am grünen Tisch schaffen beileibe nicht die erwarteten Synergien. Die Fusion der Landkreise ist dafür ein prägnantes Beispiel. Westmecklenburg ist nun mal leider nicht mit prekären Landstrichen in Vorpommern vergleichbar. Wir hoffen, dass die Landesregierung das Recht auf kommunale Selbstverwaltung respektiert.

Was wünschen Sie sich vom Landkreis?

Konkret wünschen wir uns endlich die Realisierung eines Radweges entlang der K6 als Verbindung zwischen Kogel und der L04. Im Zuge des Radwegneubaus zwischen Zarrentin und Wittenburg bietet sich dieser Abzweig an. Die insbesondere landwirtschaftlich stark befahrene K6 dient uns als Verbindung nach Zarrentin und Wittenburg und ist für Radfahrer sehr gefährlich. Unsere Kinder können derzeit nicht sicher mit dem Fahrrad zu den Schulen oder zu den Freizeitangeboten fahren.
Allgemein wünschen wir uns natürlich eine Senkung der Kreisumlage bzw. eine effizientere Verteilung der Aufgaben. Oftmals sind kommunale Verwaltung (Amt Zarrentin), Landkreis und sogar Land in ein und derselben Sache beschäftigt, was für den Bürger und die Wirtschaft wenig verständlich ist.

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