Splitter : Posaunenchor zwischen Blech und Bassgitarre

Schlager und Polka: Die Premsliner Musikanten.
Schlager und Polka: Die Premsliner Musikanten.

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24. August 2016, 09:52 Uhr

Seit 1904 gibt es den Posaunenchor Premslin schon. Damit ist er der älteste noch aktive Musikverein in der Prignitz. Vom alten Eisen sind die ungefähr 22 Musiker aus verschiedenen Ortsteilen der Gemeinde Karstädt aber nicht. „Unser jüngstes Mitglied ist 10 Jahre, das älteste 82“, sagt Andreas Puhle, Chef des Ensembles, der selbst als erster Trompeter dabei ist. „Überwiegend machen wir mittlerweile leichte Blasmusik, Schlager, Marsch, Walzer und Polka, bedienen aber natürlich auch unsere Kirche bei verschiedenen Veranstaltungen“, so Puhle. Vieles sei im Wandel, besonders seitdem Ricardo Danelzig die musikalische Leitung übernommen hat, habe sich die Qualität deutlich gesteigert und das Ensemble sich auch verjüngt. Immer mittwochs von 13 Uhr an kommen die Mitglieder nacheinander zum Einzelunterricht ins Premsliner Bürgerhaus, von 19.30 Uhr bis 22 Uhr ist dann gemeinsame Probe. „Wir hatten vor Herrn Danelzig nie einen professionellen Ausbilder und haben gemerkt wo viele Sachen fehlen, und was wir nicht können. Nicht alles, was man in 40 Jahren nicht richtig gemacht hat, kann man gleich wegwischen, aber wir kommen voran.“ Puhle freut sich zudem, dass seit einiger Zeit sogar ein E-Bass vertreten ist, so werde der Klang noch voller. Weniger Choräle, mehr Unterhaltungsmusik: das bedingt auch einen neuen Namen. „Wir nennen uns jetzt ,Premsliner Musikanten’“, sagt Andreas Puhle. Am 21. August spielten die Musiker das erste Mal in ihrer Vereinsgeschichte beim Stadt- und Hafenfest in Wittenberge auf.

Kleine Orte mit Geschichte

Neu Premslin gibt es erst seit ungefähr 150 Jahren. Es wurde im 19. Jahrhundert als sogenanntes Vorwerk des Gutes Stavenow gegründet. Noch heute wissen alteingesessene Premsliner von dem Gutsherren Müller zu berichten, der vor dem Zweiten Weltkrieg in Neu Premslin wirkte und von den Menschen geschätzt wurde, da er sich sehr für seine Angestellten engagierte. Die meisten, noch heute in Neu Premslin stehenden Häuser gehen auf seine Initiative zurück. Müller wurde in den letzten Kriegstagen von den Russen erschossen, was die Neu Premsliner erschüttert hatte.

Im Jahr 1540 baute die Familie derer von Karstedt einen neuen Gutshof auf dem großen Wendfeld, der in Urkunden als „Kaltenhofe“ und später als „Kaltenhof“ erwähnt wurde. 1742 wurde das Gutshaus neu gebaut, das heute nur noch eine Ruine ist.

Erfolgsgeschichte in der Gastronomie

Eine Erfolgsgeschichte schrieben die beiden Gastwirte Dagobert und Dietmar Dahse mit ihrem gleichnamigen Gasthof an der B5 in Glövzin. Die beiden hatten die ehemalige Gaststätte der Konsumgenossenschaft Perleberg nach der Wende erworben. Nach umfangreicher Modernisierung eröffneten sie am 8. August 1990 ihren Gasthof. Und sie erweiterten, bezogen in ihr Gastronomiekonzept den in Familienbesitz befindlichen Erbhof mit ein. 1997 eröffneten sie den „Kuhstall“. In ihre beiden Häuser investieren sie immer aufs Neue, ob in Gästezimmer, Weinkeller, Kegelbahn, Kaminzimmer oder Festtenne und sie haben sich weit über die Region einen Namen gemacht. Auf der Grünen Woche ist Dahses Gasthaus seit vielen Jahren einer der zehn Botschafter der Prignitz, die kulinarische Werbung mit dem typischen Knieperkohl für den hiesigen Landstrich machen.
 

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