Polizei nimmt vor EM Schläger ins Visier

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22. Mai 2008, 07:56 Uhr

Rostock - Vor der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und in er Schweiz hat die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern 80 Hooligans ins Visier genommen.
350 weitere Problemfans im Land gelten aggressiv und „gewaltgeneigt“.

Diese 80 Hooligans gehören nach Angaben des Schweriner Innenministeriums zur Kategorie der „Gewalt suchenden Fans“. „Sie sind an den Fußballspielen weniger interessiert als an den Schlägereien danach“, sagte Ministeriumssprecherin Marion Schlender. Derzeit werde geprüft, wer von diesen Schlägern vor Beginn der Europameisterschaft mit so genannten Gefährdungsansprachen vor Rechtsverstößen gewarnt würden.

Auch bestehe die Möglichkeit diese Hooligans mit Meldeauflagen an einer Anreise zum Turnier zu hindern. Dies bedeutet, dass sich betroffene Personen zu einer bestimmten Zeit, beispielsweise an Spieltagen, auf einem Polizeiabschnitt melden und ausweisen müsse. Auch vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland war dieses Modell erfolgreich angewandt worden. Eine genaue Anzahl derer, die diesen Auflagen zur Europameisterschaft erfüllen, stehe noch nicht fest, sagte die Sprecherin.

Darüber hinaus zählt die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern 350 Hooligans zur Kategorie der so genannten „gewaltgeneigten Fans“, die nicht mit der Absicht ins Stadion gehen, Schlägereien anzuzettlen, aber schnell aggressiv werden.
Regionale Schwerpunkte gibt es offenbar nicht in Mecklenburg-Vorpommern. „Die Problemfanszene verteilt sich auf das gesamt Land“, so die Ministeriumssprecherin.

Gewalt in Fußballstadien ist auch das Thema einer Fachtagung, die der Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung morgen von 10 bis 16 Uhr in der DKB-Arena in Rostock zusammen mit dem Landesfußballverband und Hansa Rostock veranstaltet. Die Konferenz steht unter dem Motto „Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus im Fußball“.

Unterdessen hat das Verwaltungsgericht Hannover gestern die seit Jahren beim Bundeskriminalamt geführte Datei „Gewalttäter Sport“ für rechtswidrig erklärt. Für sie fehle eine vom Bundesrat abgesegnete Rechtsverordnung. Die Folgen dieses Urteils: Gewalttäter, die in der Datei gespeichert sind, könnten verlangen, gelöscht zu werden.

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