Pferd in höchster Not

Bis zum Leib war das Pferd  im Boden versunken. Feuerwehrleute schaufelten das Tier teilweise frei und zogen es 400 Meter durch einen Wald. Karl-Ernst Schmidt
1 von 2
Bis zum Leib war das Pferd im Boden versunken. Feuerwehrleute schaufelten das Tier teilweise frei und zogen es 400 Meter durch einen Wald. Karl-Ernst Schmidt

Zu einer spektakulären Tierrettung sind am Sonnabend Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Grevesmühlen ausgerückt. In einem Waldstück nahe der Kreisstadt war ein Pferd bis zum Bauch im Boden versunken und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien.

von
22. Februar 2009, 04:31 Uhr

Nordwestmecklenburg | Feuerwehrleute rückten aus und suchten zunächst vergeblich nach "Maiwind" und dessen Reiterin. Über die Leitstelle gaben die Einsatzkräfte schließlich eine Mobilfunk-Ortung in Auftrag, um den Standort der Reiterin eingrenzen zu können. Als die Helfer fündig wurden, stand Schwerstarbeit für sie an. Sie schaufelten das Pferd teilweise frei. Dann zogen sie zwei Schläuche unter dem Leib hindurch, um "Maiwind" aus dem Schlam(m)assel befreien zu können.

"Das Tier war total erschöpft, aber nicht verletzt. Ein Klützer Tierarzt hatte es erstklassig vor Ort versorgt", sagte Einsatzleiter Steve Klemkow. Nachdem er und seine Mannen den schwierigsten Teil scheinbar überstanden hatten, gab es ein weiteres Problem. Sie mussten das Pferd irgendwie aus dem Wald bekommen. "Wir legten deshalb eine Plane unter das erschöpfte Pferd, banden zwei Schläuche an dessen Vorderläufe und zogen es mit zehn Mann etwa 400 Meter durch den Wald, bis zu einem Weg. Ich bin seit 1994 in der Feuerwehr, aber solch einen kuriosen Einsatz habe ich noch nicht erlebt. Das gilt auch für viele meiner älteren Kameraden", so Klemkow.

Die gute Nachricht: Von dem Schock hatte sich "Maiwind" relativ schnell erholt. "Es konnte wie durch ein Wunder bereits im Hänger wieder aus eigener Kraft aufstehen und ging später auch selbst in den Stall", berichtete Veterinär Carsten Schmoldt. Er hatte sich gestern Nachmittag noch einmal auf den Weg in die Kreisstadt begeben, um nach dem tierischen Patienten zu schauen.

Zum Waschtag kamen gestern Nachmittag die Feuerwehrleute zusammen. Während des Einsatzes war eines ihrer Fahrzeuge stecken geblieben. Das völlig verdreckte Fahrzeug wurde nun gereinigt. Zuvor hatte ein Landwirt aus Naschendorf den Wagen mit schwerer Technik freigeschleppt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen