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16. Dezember 2017 | 17:58 Uhr

Pedelecs-Fahren nur mit Führerschein?

vom

svz.de von
erstellt am 26.Jan.2012 | 09:21 Uhr

Pedelecs stehen hoch im Kurs. Nach Angaben des ADAC sind in Deutschland mittlerweile mindestens 600 000 dieser Pedal Elektrik Cycles unterwegs. Allein 2011 wurden bundesweit rund 300 000 elektrisch unterstützte Fahrräder verkauft. "Es ist wahrscheinlich, dass dieser Trend anhält", sagt ADAC-Präsident Peter Meyer. "Die meisten Fahrradfahrer über 55 Jahre kaufen heute Pedelecs."

Gleichzeitig wachse die Sorge, dass das Unfallrisiko steigt, sagt der Sprecher des Auto Club Europa (ACE), Rainer Hillgärtner. Aus diesem Grund will sich der Deutsche Verkehrsgerichtstag (VGT) erstmals mit dem Thema Pedelecs befassen. Es geht darum, ob und wie Pedelec-Fahrer versichert sein sollten, ob ein Führerschein erforderlich ist und ob Tempolimit und Helmpflicht einzuführen sind.

Es gebe viele offene Fragen, sagt der Verkehrsexperte des Deutschen Anwalt Vereins (DAV), Walter Weitz. Der Gesetzgeber müsse Pedelecs zügig in Gesetze und Verordnungen aufnehmen, weil unter anderem unklar sei, ob und ab welcher Motorleistung eine Fahrerlaubnis erforderlich ist und ob Pedelecs Radwege benutzen sollen und ob die Fahrer einen Helm tragen müssen.

Die Helmpflicht müsse wegen des erheblichen Unfallrisikos für Fahrer aller Pedelecs eingeführt werden, fordert der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft. Bei Elektrofahrrädern, deren Batterie maximal 250 Watt leistet und die nicht schneller als 25 Stundenkilometer fahren, seien keine besonderen Regelungen erforderlich, meint dagegen ADAC-Präsident Meyer. "Denn diese Pedelecs sind herkömmlichen Fahrrädern gleichzusetzen."

Der ACE warnt vor allzu strikten Regelungen für Pedelec-Fahrer. "Wer den Leuten rechtlich in die Speichen greift, muss wissen, dass er damit eine Form der Mobilität behindert, die aus verkehrspolitischer, energiepolitischer, ökologischer und gesundheitspolitischer Sicht ideal und daher nur zu begrüßen ist", meint Hillgärtner.

ADAC und ACE appellierten an die Kommunen, die Radwege auszubauen und zu verbreitern. Mit der weiteren Zunahme von Pedelecs werde die Zahl der Überholungen zunehmen, sagt Markus Schäpe. Deshalb müssten die Radwege nicht nur breiter werden, sondern auch einen großzügigeren Kurvenradius bekommen und gute Sicht an Einmündungen ermöglichen. Pedelecs hätten so oder so eine große Zukunft, vor allem bei älteren Menschen, glaubt Meyer.

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