Parteien hoffen auf neue Mitglieder im Wahljahr

Zulauf bei den Parteien: Nach jahrelanger Krise melden fast alle Parteien im Land wieder eine Zunahme der Mitgliederzahlen - wenn auch auf niedrigem Niveau. Allein Die Linke verlor Anhänger.

von
11. Januar 2009, 05:37 Uhr

Schwerin | Die Mitgliederzahlen der Parteien in MV stabilisieren sich. Relativ gesehen haben sich 2008 sogar wieder mehr Menschen für eine Parteizugehörigkeit entschieden, ergab eine Umfrage. Eine Ausnahme bildet die Partei Die Linke. "Der Landesverband verlor allein durch Tod 184 Mitglieder", sagte Landesgeschäftsführer Kay Spieß. Weitere 178 zogen weg oder traten aus, "so wenige wie seit 2000 nicht mehr". 143 neue kamen hinzu. Mit 5823 Genossen fielen die Linken hinter die mitgliederstärkste Partei, die CDU, zurück.

Die Christdemokraten zählen im Land 6050 Mitglieder. 2008 sei der Mitgliederrückgang gestoppt worden, fast 300 wurden neu aufgenommen. "Das sind fast ebensoviele wie in den Jahren 2006 und 2007 zusammen", sagte Landesgeschäftsführer Klaus-Dieter Götz. Sieben Kreisverbände verzeichneten "einen realen Mitgliederzuwachs". Der SPD-Landesverband freute sich im Vorjahr über einen zumindest "minimalen Zuwachs". 149 Mitglieder wurden gewonnen. 110 Genossen gingen verloren - "das ist der geringste Schwund seit dem Jahr 2000", sagte Sprecher Steffen Wehner. Damals habe die Partei noch 3000 Mitglieder gehabt, jetzt seien es 2800.

Die FDP hat ihrer Landesgeschäftsführerin Doreen Siegemund zufolge 1050 Mitglieder. "Austritte und Neuaufnahmen gleichen sich mit 60 bis 70 im Jahr aus", sagte sie. "So ganz im Bundestrend liegen wir damit nicht." Die Bundes-FDP hatte 2008 den höchsten Mitgliederzuwachs aller Parteien gemeldet. Von den Parteien im Landtag ist die NPD mit 330 Mitgliedern die kleinste. Sie habe seit der Kommunalwahl 2004 ihre Mitgliederschaft um zehn Prozent erhöht, sagte Landesvorstandsmitglied Michael Grewe. Für Bündnis 90/Die Grünen meldete Landesgeschäftsführer Ulrich Söffker 315 Anhänger und einen jährlichen Zuwachs von zehn Mitgliedern.

Mit den Kommunalwahlen in diesem Jahr hoffen alle Parteien auf einen Mitgliederschub. Übereinstimmend hieß es, wo es im Vorjahr Bürgermeister- und Landratswahlen gab, seien die meisten Neuaufnahmen zu verzeichnen. "In Zeiten von Wahlkämpfen gewinnt die SPD stets mehr Mitglieder - und zwar unabhängig vom Wahlausgang", sagte Wehner. Linke-Geschäftsführer Spieß bestätigte: "Wir haben einen spürbaren Zulauf aufgrund der Erfolge in Schwerin, Demmin und Wolgast."

Bei den Kommunalwahlen am 7. Juni will die CDU erneut die Partei mit den meisten Kandidaten im Land sein. Dem CDU-Landeschef Jürgen Seidel zufolge traten 2004 bei den Wahlen 5100 Kandidaten an. Das sei wiederum das Ziel. Als Kandidaten sollen auch interessierte parteilose Bürger gewonnen werden. Mit solchen offenen Listen arbeiten die Linken in den Kommunen seit 1990, wie Spieß berichtete. Für die Partei sei es daher auch nicht schwierig, genügend Kandidaten zu finden. Die SPD teilte mit, sie sei jetzt dabei, den Bedarf festzustellen und werde auch offene Listen haben, ebenso die FDP.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen