Parlament stimmte für eine vitale Innenstadt

Stadtumbau und damit auch die Entscheidungen, wo abgerissen und wo Häuser saniert werden, ist keine alleinige Angelegenheit der Wohnungsbaugesellschaft Wittenberge (WGW) und ihres Geschäftsführers. Seit Beginn des Prozesses legen die Stadtverordneten grundsätzlich fest, was wo zu erfolgen hat.

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08. Januar 2009, 08:41 Uhr

Wittenberge | Sowohl Bürgermeister Dr. Oliver Hermann wie auch der WGW-Geschäftsführer Torsten Diehn verweisen mit Nachdruck auf diese Tatsache und reagieren damit auch auf jüngste Wortmeldungen von Wittenbergern. Die Elbestädter befürchten, dass die Stadt in einigen Jahren in ihren Randbereichen von "Löcher-Architektur" geprägt sein wird (der "Prignitzer" vom 6. Januar, Seite 15).

Hartmut Weise gehört zu jenen. In seinem Brief an die Redaktion äußerte er sein Unverständnis, dass die Häuser in der Perleberger Straße 61, 62, 63b und 65 abgerissen werden sollen, obwohl es doch Kaufinteressierte gibt. Hier widerspricht der WGW-Geschäftsführer mit Nachdruck: "Bei uns liegt keine Kaufnachfrage vor. Und auch in der weiter zurückliegenden Zeit hat sich niemand bei uns um diese Häuser beworben, wie überhaupt Investoren für derartige Gebäude recht selten sind."

Die angesprochenen Wohnhäuser befinden sich außerhalb der Innenstadt, ihr Abriss entspricht dem Konzept von Stadtumbau und Integriertem Stadtentwicklungskonzept (INSEK), vor dem Hintergrund schwindender Bevölkerungszahlen das Zentrum zu stärken. Diehn spricht von einer aus seiner Sicht unumgänglichen Notwendigkeit, "die demokratischen Entscheidungen für einen derartigen Prozess hat aber das Stadtparlament getroffen".

"Ja, wir konzentrieren uns in besonderer Weise auf die Innenstadt, hier können wir Fördermittel einsetzten, die für andere Bereich nicht zur Verfügung gestellt werden. Ich kann verstehen, dass diese Entscheidung für Quartiere, die da nicht einbezogen sind, auch weh tut", sagt Bürgermeister Dr. Hermann. Aus seiner Sicht gebe es für Wittenberge keine andere Möglichkeit, "trotz Schrumpfungsprozess ein vitales Zentrum zu erhalten".

Nachdrücklich unterstreicht das Stadtoberhaupt aber auch, "dass das Integrierte Stadtentwicklungskonzept sich auf ganz Wittenberge bezieht". Selbstverständlich seien Sanierungen auch außerhalb von Jahnschul-Viertel, Rathaus-Quartier oder Packhof möglich, "nur sind dort keine solchen fördertechnischen Voraussetzungen gegeben wie in den genannten Bereichen. Wobei sie auch dort abgestuft sind". Wichtig ist Hermann die Feststellung, "dass Abgeordnete und Verwaltung gerade das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, das Wittenberge ja den Weg für zusätzliche Fördermillionen frei machte, sehr intensiv diskutiert haben". Es habe mehrere Veranstaltungen gegeben, zu denen die Bürger eingeladen waren, um mitzuberaten, ihre Meinungen und Bedenken einzubringen. Das Interesse war allerdings gering.

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