zur Navigation springen
Neue Artikel

20. November 2017 | 13:11 Uhr

Paralympics der Rekorde

vom

svz.de von
erstellt am 28.Aug.2012 | 10:02 Uhr

London | Schon während der Olympischen Spiele hingen an einigen Stellen in London Plakate mit dem simplen Satz: "Thank you for warming up" - "Danke fürs Aufwärmen".

Die Paralympische Bewegung präsentiert sich selbstbewusst. Geht es nach den Gastgebern, so sollten die Spiele der Menschen mit Behinderung in London Rekorde brechen.

So viele Länder und Athleten wie nie zuvor werden an den Paralympischen Spielen teilnehmen. Die Fernsehrechte erzielten einen Rekorderlös und allein ARD und ZDF übertragen im Vergleich zu Peking 2008 doppelt so viele Stunden. Auch das Medien- und Zuschauerinteresse ist so groß wie nie zuvor. Karl Quade, Chef de Mission, ist begeistert: "Es wurden schon mehr als 2,1 Millionen Karten verkauft. Viele reisen jetzt sogar nach London, obwohl sie noch auf Karten warten."

Aber auch die Zahl der Dopingtests ist rekordverdächtig: Das Internationale Paralym pische Komitee will zum Beispiel jeden Gewichtheber testen, bevor er in London an den Start geht. Hintergrund sind deutlich mehr positive Tests bei den Kraftsportlern im Vergleich zu Athleten anderer Sportarten.

Der Deutsche Behinderten Sportverband (DBS) entsendet mit 150 Athleten ein etwas kleineres Team nach London als noch vor vier Jahren. Trotzdem sind die Erwartungen hoch - besonders in der Leichtathletik, im Schwimmen, im Judo und im Radsport. "Wir treten in 15 von 20 Sportarten an und sind somit traditionell breit aufgestellt," sagt Quade, selbst mehrfacher Paralympics-Teilnehmer. "Viele Nationen konzentrieren sich wie bei Olympia auf bestimme Sportarten. Das macht uns das Leben schwer." Er hofft, dass alle Athleten Bestleistungen zeigen können. Die Gastgeber wollen ihren Sieges-Rausch fortsetzen und haben 103 Medaillen als Ziel ausgerufen.

Aus deutscher Sicht bemerkenswert ist die Teilnahme von Ilke Wyludda. Die Diskus-Olympiasiegerin von 1996 in Atlanta nimmt zum ersten Mal an Paralympischen Spielen teil. Die 43-jährige Ärztin hatte nach vielen Operationen und einer bakteriellen Infektion 2010 ihr rechtes Bein verloren.

Aber wie gut ist die britische Metropole eigentlich auf die 4200 Sportler mit Behinderung vorbereitet? Bei Olympia blieb das erwartete Verkehrschaos aus, doch das älteste U-Bahn-Netz der Welt, die "London Underground", ist kleinteilig und nicht für die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern gebaut. Zudem sind viele Wettkämpfe an historischen Stätten.

"Keine Stadt der Welt kann man in so einem kurzen Zeitraum barrierefrei machen", sagt Quade. "Aber die neueren U-Bahnlinien sind barrierefrei, zum Beispiel die zwischen Deutschem Haus und Paralympischem Dorf. Alles andere steht auf speziellen U-Bahn-Plänen." Darauf wird auch die Höhe der Stufen an den U-Bahn-Stationen angegeben - ein wichtiges Detail für diejenigen, die kleine Treppenabsätze mit ihrem Rollstuhl bewältigen können. Zusätzlich werden behindertengerechte Busse eingesetzt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen