Organspendebereitschaft sinkt weiter

svz.de von
19. März 2013, 10:00 Uhr

Die Organspendebereitschaft der Deutschen geht nach den bekanntgewordenen Skandalen um manipulierte Patientendaten offenbar weiter zurück. Nach einer von der Barmer GEK in Auftrag gegebenen Umfrage sind nur noch 52 Prozent der Deutschen „bestimmt“ oder „wahrscheinlich“ dazu bereit, Organe zu spenden. Im Dezember seien es noch 66 Prozent gewesen, teilte die Krankenversicherung mit. 21 Prozent wollen „eher“ oder „bestimmt“ nicht Organe spenden. Der Rest der Befragten antwortete mit „eventuell“ oder ist unentschlossen.

Barmer GEK-Chef Christoph Straub forderte erneut eine Strukturreform des Transplantationswesens, um wieder Vertrauen herzustellen. Er schloss sich der Forderung an, die Zahl von 44 Transplantationszentren zu reduzieren, um so mehr Transparenz und Qualität bei den Operationen sicherzustellen.

Das Vertrauen in die Organspende ist gesunken, nachdem bekanntgeworden war, dass an den Universitätskliniken Göttingen, Regensburg, München und Leipzig Daten manipuliert wurden. So wurden Leberpatienten durch Fälschung der Labordaten kränker gemacht als sie waren, um sie auf der Warteliste nach oben rutschen zu lassen.

Eine Umfrage im Auftrag des evangelischen Monatsmagazins „chrismon“ ergab, dass die Furcht vor Organhandel für viele Menschen ein Grund ist, warum sie keinen Organspendeausweis besitzen. 36 Prozent der Befragten sagten, sie wollten nicht, dass mit ihren Organen gehandelt wird. 26 Prozent fürchten sich davor, als Organspender vorschnell für tot erklärt zu werden. 25 Prozent sagten, bisher keine Zeit gefunden zu haben, den Ausweis auszufüllen. Während 18 Prozent der Befragten angaben, einen Ausweis zu besitzen, ist für neun Prozent die Ungewissheit darüber, wer die eigenen Organe empfangen würde, ein Grund dafür, sich nicht zu einer Spende bereitzuerklären.

Rund 12 000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan.

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