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Olympiasieger „Sportler des Jahres“: Gold-Fisch Steffen, Gewichtheber Steiner und Hockey-Herren gewinnen Wahl mit klarem Vorsprung

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erstellt am 21.Dez.2008 | 08:58 Uhr

Baden-Baden - Gold-Fisch Britta Steffen, Gewichtheber Matthias Steiner und die Hockey-Nationalmannschaft der Herren sind die „Sportler des Jahres“ 2008. Sie erhielten bei der von der Internationalen Sport-Korrespondenz (ISK) organisierten 62. Wahl von den etwa 1500 Sportjournalisten jeweils mit großem Vorsprung die meisten Stimmen.

Damit brachte das in China Glück verheißende „Jahr der Ratte“ diesem Trio nicht nur bei den Olympischen Spielen in Peking Gold, sondern auch bei der traditionellen Gala am Sonntagabend im Kurhaus Baden-Baden den erwarteten Sieg. Etwa 750 Gäste feierten mit zahlreichen Spitzenathleten im festlich geschmückten Benazét-Saal diesen Höhepunkt und Ausklang der Saison.

Schwimm-Star Steffen hatte die lange Durststrecke der Deutschen im Pekinger „Wasserwürfel“ mit ihren zwei Goldmedaillen über 100 und 50 Meter Freistil beendet. Mit ihrem äußerst emotionalen Schluchzer „Ich bin dir so dankbar“ - gerichtet an ihre ehemalige Konkurrentin Franziska van Almsick - sorgte sie vor einem Millionenpublikum vor dem TV-Bildschirm für bewegte Momente. Die 25 Jahre alte Schwimm- Königin aus Berlin kam bei der Wahl auf 3683 Stimmen und hatte 1600 Punkten Vorsprung vor Degen-Olympiasiegerin Britta Heidemann (2076).

Die mehrfache Biathlon-Weltmeisterin Magdalena Neuner (1545), im Vorjahr noch strahlende „Sportlerin des Jahres“, belegte den dritten Platz. Damit endete bei dieser Auszeichnung auch eine Serie der Skijägerinnen: Erstmals seit drei Jahren setzte sich wieder eine Athletin aus einer anderen Sportart durch.

Tragik, Trauer, und dann der Triumph: Die Geschichte des Gewichthebers Matthias Steiner rührte Hunderttausende. Der gebürtige Österreicher, der am 1. Januar 2008 die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt, hatte am 16. Juli bei einem tödlichen Unfall seine junge Frau Susann verloren. Wenige Wochen später stemmte der 26 Jahre alte 145-Kilogramm-Koloss in China die höchste Last im Superschwergewicht.

Der stärkste Mann der Welt küsste tief bewegt das Foto seiner Frau, hüpfte - von Emotionen überwältigt - wie wild auf der Bühne herum und verdrückte ein paar Tränen. Steiners Leben hat sich durch sein persönliches Schicksal und den sensationellen Olympia-Sieg „um 180 Grad gedreht“, wie er einmal sagte: „Mein Bekanntheitsgrad hat Ballack-Dimensionen erreicht.“

Dies verdeutlicht auch seine Wahl: Steiner (3665 Stimmen) ist der erste Gewichtheber, der „Sportler des Jahres“ wurde. Er löste Turn- Floh Fabian Hambüchen ab, der sich diesmal mit Platz acht begnügen musste. Tischtennis-Virtuose Timo Boll (2383), der drei EM-Titel und Mannschafts-Silber in Peking geholt hatte, belegte wie im Vorjahr Rang zwei vor Jan Frodeno (1647), dem Überraschungs- Goldmedaillengewinner im Triathlon.

Erst nach einer Krisensitzung ohne Coach rauften sich die Hockey- Herren wieder zusammen und vermieden nach einem Kraftakt das frühe Aus. Gold war schließlich der Lohn für den neu gewonnenen Teamgeist. So knapp sich die Truppe von Erfolgstrainer Markus Weise in Peking durchgesetzt hatte, so klar triumphierte sie bei der Wahl zur „Mannschaft des Jahres“: Mit 3381 Stimmen siegte die Nationalmannschaft klar vor Fußball-Herbstmeister 1899 Hoffenheim (2467). Die Tischtennis-Herren kamen auf Rang drei (1494).

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