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22. November 2017 | 16:09 Uhr

Ohne Schaltjahre gäbe es Chaos

vom

svz.de von
erstellt am 28.Feb.2012 | 08:09 Uhr

Rostock | Bei einem Blick auf das heutige Kalenderblatt wird deutlich, 2012 ist ein Schaltjahr. Der Astronomielehrer Christian Fajkus weiß, warum diese besonderen Jahre nötig sind."Der Zeitraum, den die Erde um die Sonne braucht, ist nicht ganzzählig", sagt Fajkus. Das so genannte Sonnenjahr beträgt 365,24219 Tage. "Statt nur 365 Tagen ist ein Jahr also eigentlich ein Viertel Tag länger", sagt Fajkus. Diese Differenz wird alle vier Jahre ausgeglichen.

Die Versuche, einen Kalender dem Lauf der Sonne anzupassen, reichen bis in die Zeit vor Christi Geburt zurück. "Julius Cäsar reformierte den bis dahin geltenden Römischen Kalender", sagt Fajkus. Julius Cäsar führte 45 v. Chr. einen eigenen Kalender ein. Der so genannte Julianische Kalender wies zum ersten Mal in der Geschichte ein Schaltjahr auf. "Alle vier Jahre folgte auf den 24. Februar ein weiterer 24. Februar", sagt Fajkus. Damit war das Gemeinjahr nach Cäsar durchschnittlich 365,25 Tage lang. Rechnerisch fehlerhaft entstand dadurch ein Überhang von einem Tag in 128 Jahren.

"Diese Ungenauigkeit führte im 16. Jahrhundert zu Problemen", sagt Fajkus. Während der Amtszeit von Papst Gregor XIII. begann der Frühling zehn Tage vor kalendarischem Frühlingsbeginn. "Um diese Divergenz zu beseitigen, strich Papst Gregor XIII. im Oktober 1582 zehn Tage", sagt Fajkus. Auf den 4. Oktober folgte der 15. Oktober. Gleichzeitig berechnete er mit Hilfe der Frühlingstag und Nachtgleiche einen neuen Kalender. Dieser Gregorianische Kalender ist der heute, fast weltweit, gebräuchliche Kalender. Er sieht ebenfalls vor, dass es vier Jahre einen 29. Februar gibt. "Allerdings ist ein Säkularjahr, also ein Jahr das ein Jahrhundert abschließt, kein Schaltjahr, sofern es nicht glatt durch 400 teilbar ist", sagt Fajkus. Das Jahr 2000 war ein Schaltjahr, die Jahre 1800 und 1900 nicht. Durch die Neuerungen hat das Gregorianische Kalenderjahr eine durchschnittliche Länge von 365,2425 Tagen. Rechnerisch ergibt sich daraus ein Fehler von einem Tag Überhang auf 3000 Jahren. "Gäbe es keine Schaltjahre würden sich die Jahreszeiten verschieben. Dann würde der Frühling irgendwann im Dezember beginnen", sagt Fajkus.

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